Belegung der Intensivbetten: Ein eigenartiger Kurvenverlauf

Von Peter Baier

Wenn man die eigenen Artikel auch mal reflektiert, kommen einem manchmal (aber nicht oft!)  nicht ganz uninteressante Gedanken. Wie z. B. bei der gestern verfassten Ausarbeitung zum Schwindel mit den Intensivbetten. Wie wir anhand der Zeitreihen von intensivregister.de gezeigt haben, hat  die Kurve der Auslastung der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern einen exponenziellen Verlauf, sie approximiert an einen Endwert:

Der Anstieg am Anfang der Kurve, dürfte, wie bereits gestern erläutert, mit dem Aufbau des Registers zu tun haben, es wurden dann erst sukzessive die belegten Betten gemeldet. Ab Mai 2020 waren die Daten, so steht zu vermuten, vollständig, und ab da bleibt die Auslastung der Betten relativ konstant. Was auffällt, sind die kleinen Schwankungen die man im Kurvenverlauf sieht. Die Frage, die sich mir stellte war, warum diese Kurve so verläuft. Ich hätte nämlich viel stärkere Schwankungen erwartet.

Der Verlauf der Kurve erinnerte mich dabei an die typische Regelkurve eines dynamischen Systems, bei dem ständig in kurzen Zeitintervallen ein Ist- mit einem Sollwert verglichen wird und das ggf. durch ein Stellglied nachsteuert, um die gemessenen Werte wieder „ins Lot“ zu bringen, wenn Abweichungen vorhanden sind. Dies ergibt in der Technik eine sog. „Hysterese“, die man hier deutlich sehen kann. Das System braucht eine bestimmte Zeit, um die Anpassung des Istwertes an den Sollwert durchzuführen.

In Zusammenhang mit dem am Ende des gestrigen Artikel enthaltenen Verweis auf den Zeitungsartikel „Leere Coronabetten in Schleswig-Holstein“ kam bei mir die Frage auf, ob hier nicht nachgesteuert wird, d. h. wenn eine Intensivstation droht unterbelegt zu werden, dass man dann bestimmte Patienten zumindest kurzzeitig auf diese verlegt, um die Plätze auszunutzen. Einfach damit, was wir bei „Corona“ ja permanent erleben, „die Zahlen“ stimmig sind und zum „Narrativ“ der Regierungen passen. Vielleicht melden sich ja Leserinnen oder Leser mit entsprechendem „Insiderwissen“ um uns weiterzuhelfen.

(Ach ja, ich weiß, das ist natürlich mal wieder eine üble „Verschwörungstheorie“! Aber auch die ist vom Artikel 5 GG geschützt! 🙂 )

Kommentare

  1. Lieber Herr Baier,
    passend zu Ihrer Frage und den darauf folgenden Kommentaren möchte ich Ihnen den Brief einer Intensiv-Krankenschwester zu dem Thema weiterempfehlen, den diese an den Journalisten Boris Reitschuster geschrieben hatte und der von ihm in seinem Artikel vom 16.04. auf seiner Homepage unter diesem Link veröffentlicht wurde:
    https://reitschuster.de/post/anhaltende-panikmache-unserer-aerzte-ist-unverhaeltnismaessig-und-verantwortungslos/

    Herzliche Grüße und weiterhin alles Gute

    1. Danke! Sehr aufschlussreich. Und dann wäre noch zu klären, warum man letztes Jahr, dem Jahr mit der „schlimmsten Pandemie aller Zeiten“ in Deutschland 20 Krankenhäuser schließt und dabei 3000 Betten dem Patienten entzieht. Aber wie die Intensivmitarbeiterin bei Reitschuster geschrieben hat: Es geht um Geld. Und diese angebliche „Pandemie“ ist für viele aus der Pharma- und Krankenhausbranche eine Lizenz zum Gelddrucken. Und dass man durch Verschlankung Kosten spart während man dann „effizienzoptimiert“ andere Intensivstationen weiter auffüllt und dadurch wieder höheren Profit generiert ist eine einfache betriebswirtschaftliche Rechnung.

      Aber es gibt auch Leute aus dem Medizinbetrieb, die sich einen Rest an Ehrlichkeit bewahrt haben:

      https://www.welt.de/wissenschaft/article230571345/Intensivstationen-Wirklich-dramatisch-ist-die-Lage-derzeit-nicht.html

      Peter B a i e r

  2. Lieber Peter!
    Aufgefüllt wird sicher, aber Verschwörerische Absichten kann man hier gar nicht unterstellen. Nur gibt es für eine Klinik wenig, das noch geringer profitabel ist als unbelegte Intensivbetten. Nehmen wir an, die Infektionen lassen nach, die Kundschaft fällt weg; das ist für jeden Betrieb schlecht. Was aber der Italiener um die Ecke nicht kann, die Klinik schon: Man schnappt sich den nächstbesten und setzt ihn an einen Intensiv-Tisch. Et voilà, Schadensreduzierung.
    Ich erwarte da keine ernsthaft großen Schwankungen, es sei denn, das Personal wird so knapp, dass weniger Betten zur Verfügung stehen. Der Regler „Patientenanzahl“ wird sich nicht verändern.

    Für betrachtenswert halte ich Zahlen zum Verhältnis Corona-positiv : corona-negativ bei belegten Betten oder tatsächlich zahlen, die abgerechnete Leistungen widerspiegeln, die Rückschlüsse auf zugrundeliegende Erkrankungen oder Schwere des Verlaufs schließen lassen.
    Dazu sei auch gesagt, dass ich aus Prä-Coronazeiten noch im Kopf habe, dass der Großteil der intensiv versorgten Patienten Lungenentzündungen hatten, bzw dies ihre letzte Diagnose war. Am Ende sind das aber trotzdem nur Zahlen, die ein Modell beschreiben, und es bleibt immer ein Stück weit eine Glaubensfrage, auf die es am ehesten retrospektiv (5-10 a) eine annähend zufriedenstellende Antwort geben wird. Wenn ich dann wieder einen brisanten Bericht aus einer Klinik sehe, wo die Welt untergeht und auf der anderen Seite überlege, ob ich nicht doch wenigstens einen kenne, der nachweislich eine COV Infektion oberhalb des vertretbaren „Grippe“-Niveaus durchmachen musste, dann hätte ich auch gerne eine simple schwarz-weiß Antwort, am liebsten mit zahlen zu begründen.

    Wer noch mehr geistige Ergüsse meinerseits hören oder mir seine mich überhaupt nicht interessierende Meinung zu meiner Sichtweise darstellen möchte: Feel free.

  3. Hallo,

    Mal daran gedacht, das die freiwerdenden Betten dann mit den Patienten gefülöt werden, die vorher nach Hause geschickt wurden? Deren OPs abgesagt wurden, weil keine Intensivbetten durch neue Coronapatienten mehr frei waren?

    Teils wurden Patienten nach der Aufnahme und einem Coronatest auf mal heim geschickt, weila neue Corona Patienten rein kamen bzw. Angekündigt waren.

    Es wurden viele OPs abgesagt die nicht lebensbedrohlich waren, aber ein Intensivbett benötigt hätten. Z.b. Herzops (die nötig aber nicht dringend waren)

    Anzahl der Betten bringt leider nichts wenn das Personal fehlt, deswegen wurden die Betten wieder abgebaut. Es haben Tausende Krankenschwestern gekündigt im vergangenen Jahr!

    1. Mal daran gedacht, dass die Regierung über den Sommer unheimlich viel Zeit hatte, dafür Vorsorge zu treffen – oder kam die Winterviruswelle etwa überraschend?
      Mal daran gedacht, dass man Krankenschwestern und Pflegepersonal einfach nur gut bezahlen müsste ?
      Wenn der HerzOp- Patient nach Hause geschickt wurde, dann liegt das ganz sicher nicht am Übervirus.

      1. Wie passend:
        https://www.zeit.de/news/2021-04/19/warum-intensivbettenbelegung-oft-falsch-interpretiert-wird

        Einfach nur gut bezahlen langt nicht aus, es muss da viel mehr getan werden. U.a. muss die Belastung sinken und für die Psyche muss auch was gemacht werden!

        Was ist denn sonst der Grund, dass ein Krankenhaus mehrere OPs an denen Sie gut verdient verschiebt?

        Nur zur Info: mein Frau inkl. Ihrer Familie arbeitet in der Gesundheitspflege, sie selber auf der Corona Station. Mein Vater ist genau das passiert, er und 5 weiter Patienten wurden heim geschickt, weil die Intensivkapazizät nicht ausreichend war und wurde erst mehrere Wochen später dann erst operiert.

        #nichtselbstverständlich
        Hier mal ein ganzer Arbeitstag einer Krankenschwester:
        https://www.prosieben.de/tv/joko-klaas-gegen-prosieben/video/41-joko-klaas-live-pflege-ist-nichtselbstverstaendlich-ganze-folge?auth=login&r=407a3afd-6f29-4c7e-a8b5-ce0afd9973ab&experimentId=19745772461&variationId=19714804285

        Wer sich nicht anmelden mag, hier die erste halbe Stunde:
        https://m.youtube.com/watch?v=n7XIeBG5t7w

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