“Das System ist fadenscheinig und dumm!”

Wenn Sie derzeit in einem Außenbereich eines Gastronomiebetriebes sitzen, können Sie die Idiotie, die man seit über einem Jahr den Menschen in die Köpfe hämmert, plastisch sehen. Es spielt sich nämlich immer in der gleichen Art und Weise wiederholt eine vollkommen gestörte Form von Ritual ab, das man eigentlich nur als “neurotische Zwangshandlung” bezeichnen kann. Dieser rituell gehandhabte Schwachsinn läuft folgendermaßen ab:

Die Gäste betreten z. B. die Terrasse des Lokals und ziehen sich in dem gleichen Moment (also just beim Verlassen des Straßenbereichs und Betreten des Geschäftsbereiches) den Stofflappen über Mund und Nase. Nach nur wenigen Sekunden erreichen Sie den Sitzplatz und nehmen den Stofflappen ebenso rituell wieder ab. Die Zeit zwischen dem Aufsetzen und dem Abnehmen beträgt im Höchstfall 3 bis 4 Sekunden. Man glaubt es kaum, aber ich habe den Vorgang gestern 4 Mal (!) im Takt weniger Minuten zwischen “Insalate Italiano” und “Pizza Rucola” beobachten können.

Das Auffällige daran ist übrigens: Diese zutiefst idiotische Handlung läuft offenbar bei allen Leuten in identischer Weise ab und was noch schlimmer ist: Diese Leute scheinen nicht einmal mehr über diesen Schwachsinn, den sie da gerade unbewusst begehen, zu reflektieren. Der Unsinn ist ihnen ganz offensichtlich in Fleisch und Blut übergangen. Die Dressur durch Politiker mit ihren abstrusen “Regeln” (auch genannt “AHA”) war erfolgreich. Muss man anerkennen. Wenn diese Leute aus den Regierungen auch nicht allzuviel können: Den Menschen Angst einjagen und sie daraufhin abzurichten wie kleine Welpen bestimmte Dinge zu tun (“Sitz!”, “Platz!”, “Hol’s Stöckchen!”), dazu hat es gereicht.

“Corona” diente offenkundig dazu, zu prüfen, in wie weit man Menschen tatsächlich dressieren kann wie Tiere im Zirkus. Dieses Experiment ist erfolgreich. Ich nenne das manchmal das “‘Milgram-Experiment’ ohne Stromschläge”. Hat ja auch funktioniert. Wenn man es als Machthaber also schafft, das Denken der Untertanen soweit auszuschalten, dass sie ohne Reflexion jeden Unsinn tun, hat man sehr viel erreicht. Dass derlei Dinge den Menschen, ehemals mündiges Individuum,  als unmündigen Kretin zurücklassen, müssen wir nicht näher erörtern. Es folgert aus dem Wesen des Rituals und seines Beiwerkes an anderen blödsinnigen Regeln immanent.

Allerdings gibt es immer noch viele Menschen, die den ritualisierten Schwachsinn nicht mitmachen. Einer davon ist der Künstler Helge Schneider. Er brach unlängst einen Auftritt ab, weil es ihm künstlerisch  nicht zuzumuten war, vor einem Publikum zu sitzen, das mit Gesichtswindel ausstaffiert in Strandkörben saß und dann auch noch bewindelt hin und her lief, u. a. um mal auf die Toilette zu gehen.

Den vorletzten Satz von Schneider “Das System ist fadenscheinig und dumm!” unterschreibe ich. Der Mann hat absolut Recht. Danke, Helge!

Kommentare

  1. na ein wenig provokotion muß schon sein. was mich mehr frustriert, ist die geringe zahl an kommentaren: so viele lehrer und alle machen mit?

    1. Kein Thema, war mal eine gute Gelegenheit über den Blödsinn zu referieren, den man sich heute als Lehrer geben muss. Wobei ich in meinem Falle schon seit fast einem Jahr raus bin, weil ich keine Lust hatte, mich von ein paar nicht unerheblich verhaltensauffälligen Vorgesetzten und “Kollegen” an der Schule schikanieren und drangsalieren zu lassen. Ist nicht “mein Style”. Und soviel Geld kann man mir gar nicht bezahlen, dass ich das hinnehme. Aber die Anfänge des Irrsinns habe ich noch “live” erlebt.

      Warum die Lehrer den Mund halten? Ist doch klar. Fängt mit “A” an und hat eine Zahl > 12 dahinter.

    1. Sehr geil. Die Kommentaren sind in der Tat begeistert, sich ihre “Freiheit” durch einen “kleinen Pieks” wieder zurückholen zu können. Ach ja, apropos “kleiner Pieks”: Könnte man auch zu einem Delinquenten sagen, der in den nächsten Tagen durch eine Giftspritze hingerichtet werden soll: “Ist ja nur ein ‘kleiner Pieks’!”.

      PB

      1. Kindersprache der Betreuer. Aber ist ja genau adressatenbezogen. Die Meist*innen brauchen da halt eine Nanny. Von den Michel*innen auch “Mutti” genannt.

  2. Ja, dieser Kurzwindelfetischismus ist mir wohlbekannt. Ich lach mich dann immer scheckich, aber interessieren tuts keinen (schlechtes Deutsch für schlechte Zeiten). Seitdem (März 2020) ich praktisch nirgendwo mehr Windel trage, ist es noch viel grotesker, daß sich darüber niemand mockiert. Der/die/das Bewindelte zombiet vor sich hin, sacht aba nix. Voll krass. Voll psycho. Woran also erkennt man den “Deutschen”?
    Na an seiner Windel! War neulich in windelfreiem Land unterwegs und wer trug Windel? Na der die das Deutschmensch. Vom Säugling bis zum Greis, alle mit Windel ohne Scheiß.
    Und so weiter und so fort. Könnte stundenlang schreiben, immer derselbe Inhalt: Null Hirn, voll Fascho.
    Ich freu mich schon wieder auf Schule: voll Maulkorb, voll Test und alle gehen hin außer wir.
    Also wieder ……..- nein, der Begriff taugt nicht – Repressalien und Sicherheitsverwahrung für das Kind.
    Seids mir nach 1 1/2 Jahren nicht bös: aber irgendwie muß es doch geil sein Lehrer zu sein.

    1. “Seids mir nach 1 1/2 Jahren nicht bös: aber irgendwie muß es doch geil sein Lehrer zu sein.”

      Da kann ich leider nicht zustimmen. Es ist einfach nur indiskutabel, wenn man 4 bis 5 Jahre studiert, 2 Examen abgelegt plus mehr als 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt hat und sich nun behandeln lassen muss, wie ein Kretin. Ein also solcher zu behandelnder offenkundiger Volltrottel, dem man seitens irgendwelcher Vorgesetzter minutiös vorschreibt, wie er den Klassensaal zu lüften hat, wie er Kinder beim Nasebohren beaufsichtigt, wie oft er sich die Hände zu waschen hat, wie herum er die Treppe hinaufgehen muss, dass er die Lehrertoilette nur alleine betreten darf, weil er sonst an der Pinkelrinne ja jemanden “anstecken” könnte. usw. usw. Die LIste der Idiotereien ist beliebig verlängerbar. DAS hat mit einem akademischen Beruf rein gar nichts mehr zu tun. Das ist der komplette intellektuelle Niedergang einer ehemals anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit.

      PB

    2. Ist nicht wirklich z. Zt. “geil, Lehrer zu sein”. Aufgrund der speziellen Filterung in der Personalauswahl ist das denunziative Engagement stark ausgeprägt. In diesem Zusammenhang ist die ausdifferenzierte Beklopptheit bzgl. des gesunden Menschenverstandes die Grundlage. Also größtenteils kein ansprechendes kollegiales Umfeld.

      Es hört sich auch so an, als ob im lockdown nichts weiter getan wurde. Um aber ein Äquivalent für einen herkömmlichen Unterricht inklusive der Bewertung zu schaffen, ist ein weitaus größerer Einsatz erforderlich gewesen als wenn das normale Programm abgespult worden wäre.

  3. Ja, diese mittlerweile Angewohnheit, die Maske auf kürzesten Wegen z. B. im Biergarten anzuziehen, konnte ich auch interessanterweise beobachten. So muss sich Heinz Sielmann oder Bernhard Grzimek bei der Entdeckung von neuen Arten gefühlt haben – faszinierend.

    Man hat dies wohl wie eine Etikette internalisiert. So wie “Guten Tag” oder den Hosenreißverschluss nach dem Toilettenbesuch wieder zu schließen.

    Eine recht “lustige” Spezies, diese Michel*innen. Aber vlt. konnte man diese Beobachtungen auch in geografischen Breitengraden machen.

    1. Könnte man wohl durchaus. Aber da das Reisen wegen der idiotischen “Coronaregeln” und dem de-facto Impfzwang unmöglich geworden ist, müssen wir uns auf kurze Ausflüge mit dem Fahrrad beschränken. Ich gehe aber davon aus, dass sich nicht nur die deutschen Michels (die quasi durch erbliche Vorbelastung als äußerst untertänig zu gelten haben) so hervorragend dressieren lassen sondern dass das auch bei anderen Nationalitäten passiert. Zumindest da, wo eine vom Staat vorgegaukelte Scheinsicherheit und das übermäßige Beachten von “Regeln” zur mentalen Grundausrichtung der Menschen gehört.

      Zudem muss man natürlich auch die Frage stellen, auf welchem Niveau zu reflektieren ein Volk steht, das sich Leute wie Merkel, Dreyer, Kretschmann, Kretschmer, Laschet et al. zu ihren Anführern wählt. Wer schon angesichts dieser versammelten Dunning-Kruger-Elite und deren evidentem Totalversagen nicht ins Nachdenken kommt, muss beim Hinterfragen des eigenen Verhaltens ja wohl ganz krass scheitern.

      PB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.