“Demokratische” Schule?

Von | Juni 3, 2021

In einem Artikel auf den “Nachdenkseiten” reflektiert ein Kollege aus Nordrhein-Westfalen über ein sehr interessantes Thema: Können autokratisch handelnde Schulleiter die innerschulische Demokratie aushebeln?

Aus eigener, jahrelanger, Erfahrung mit einem ebenso inkompetenten wie autoritären Schulleiter (nebst seinen allfälligen und stets bereiten Hilfstruppen), dessen bzw. deren Handlungsrahmen bis zu drastischem Mobbing reichte, kann ich die Frage mit “JA!” beantworten. Damit könnte man das Thema eigentlich ad acta legen und sich anderen Dingen zuwenden.

Allerdings habe ich ich mich dann im Nachgang der Lektüre des durchaus lesenswerten Artikels gefragt, ob es denn überhaupt intendiert sein kann, dass Schule eine zumindest in Ansätzen “demokratische” Veranstaltung sein soll. Und diese Antwort lautet diesmal, leider, “NEIN!”. Denn das ist Schule sicher nicht, Schule ist nicht demokratisch.

Sehen wir auf die Schule, wie sie sich heute präsentiert und wie sie sich, was ihre “demokratische” Grundausrichtung betrifft, nie verändert hat. Die Schule ist stets gekennzeichnet durch eine autoritär-hierarchische Grundstruktur.

In Deutschland ist die Schule, wohlweislich, als System mit überwiegend beamteten Lehrern gefüllt. Dieses System entstand nicht ohne Grund und gerade heute, in Zeiten einer angeblichen “Krise” (aka “Pandemie”) tritt deutlich zu Tage, warum das so ist. Man hat mit den Beamten eine Verfügungsmasse, die beliebig “von oben” zu steuern ist und die daher, im Rahmen ihrer sog. “Dienstpflichten” (bzw. dem, was dazu erklärt wird, und das kann sehr viel sein, bis hin zum Nasenbohren mit einem Teststäbchen), jede Anordnung auszuführen hat. Von Dingen, welche den Art. 1 GG verletzen mal abgesehen. Aber andere rechtswidrige Anweisungen müssen, so sie nicht so erheblich und evident gegen geltendes Recht verstoßen, dass sogar einem im Tiefschlaf sich befindlichen Menschen dies auffallen müsste, ausgeführt werden. Das mögliche Mittel der “Remonstration” ist dagegen ein stumpfes Schwert. Denn am Ende muss eben doch tun, was die Anweisung sagt und sei sie noch so absurd.

Dass gerade in Zeiten wie der heutigen repressiv handelnde Regierungen diesen Beamtenapparat gerne und weidlich nutzen, liegt auf der Hand. Mit “Demokratie” hat Schule in ihrer bekannten Struktur daher nichts zu tun, ein entsprechendes System von Befehl und Gehorsam findet man eigentlich nur noch beim Militär. Wo es, zugeben, Sinn ergibt. Denn wenn man über jeden Befehl noch lange und breite demokratische Diskussionen führen will, könnte es sein, dass einen der Feind mal zwischendurch mit einer ordentlichen Salve aus seinen Raketenwerfern eindeckt. Man hätte dann zwar “demokratisch” diskutiert und eine Entscheidung getroffen, aber wäre kurz darauf vermutlich mausetot. Wenn nicht schon während des demokratischen Findungsprozesses die Geschosse einschlagen.

In einem Bildungssystem, in dem aber offenbar so gar keine Art von Gefahr im Verzuge ist, könnte man sich eine weitgehende Demokratisierung hingegen ohne Weiteres erlauben. Allerdings würde dies eine erhebliche Veränderung des Systems erfordern, letztlich wäre die Abschaffung des tradierten Schulwesens vonnöten.

Monopolisierung der Bildung als Problem

Vom Staat betriebene Schulen haben de facto ein Monopol auf die schulische Bildung in Deutschland, auch wenn Privatschulen natürlich zugelassen sind. Wer, wie der Autor dieses Textes, vor seinem Eintritt in das staatliche Schulwesen einige Jahre als Selbstständiger gearbeitet hat, kennt einen wichtigen Lehrsatz: “Konkurrenz belebt das Geschäft”. Genauer gesagt: Sie belebt den Markt.

Der Staat muss keinerlei ernsthafte Konkurrenz in seinem Angebot fürchten. Daher kann er sich manchen Schnitzer erlauben und da es keine Alternativangebote gibt, müssen die “Kunden” (also Eltern und Kinder) dieses Angebot wahrnehmen.

Hinzu kommt, dass Schulpolitik, da sie von Regierungen betreiben wird, immer natürlich auch zum Versuchsfeld für die jeweilige Ideologie der bestimmten Regierung herhalten musste und immer noch muss. Daher findet die Demokratie der Bildungspolitik, und damit der Schule selbst, nur alle 4 Jahre an der Wahlurne statt. Mit teilweise bizarren Ergebnissen. So forderte z. B. die SPD in Baden-Württemberg, derzeit gerade in der Opposition, unlängst angesichts der anstehenden Landtagswahl die Regierung (grün-schwarz) auf, das “Bildungschaos” endlich zu beenden. Die gleiche SPD übrigens, die über viele Jahre als Juniorpartner eben dieser CDU genau dieses “Chaos” mitverantwortet hatte. Wenn es nicht so traurig und desaströs gewesen wäre, man hätte sich über das Wahlplakat schlapp lachen können. Auch weil es ein gewisses Schlaglicht auf Intelligenz und Reflexionsfähigkeit von Politikern wirft.

Wenn also Regierungen die Schulen steuern, auch indem sie die Lehrinhalte festlegen,  die unterrichtet werden sollen (die leider allzuoft nur “Leerinhalte” sind), wenn die Schulbehörden mit Parteigängern und Claqeuren der jeweiligen Regierungspartei besetzt werden, wenn das ganze System politisch komplett durchgefilzt ist, wird man “Demokratie” nicht finden, es sein denn man goutiert Parteiendemokratie. Aber letztere ist nur ein schaler Abklatsch eines wirklichen demokratischen Gemein- und damit Schulwesens, denn es herrscht immer nur die Meinung einiger weniger, welche sie der Partei anheim geben, zur gefälligen Umsetzung der Parteitagsbeschlüsse. Über die man sich aber auch hinwegsetzen kann. Das plakative Beispiel ist der vollkommene Niedergang der CDU zu einem Anhängsel der Frau Merkel, einer ehemaligen FDJ-Sekretärin mit entsprechenden sozialistisch-autoriärem Führungsstil.

Konkurrenz auf dem Bildungssektor als Lösung?

Gerade jetzt, wo das Schulsystem sein Versagen kaum mehr kaschieren kann, machen sich immer mehr Eltern zu einer Art “Abstimmung mit den Füßen” auf und versuchen diesem System den Rücken zu kehren. Wenn Kinder aus dem Grunde einer postulierten “Infektionswelle” (der wievielten eigentlich?) monatelang nicht in die Schule gelassen werden, stößt das vielen Eltern sehr sauer auf. Wenn man die gleichen Kinder dann doch gnädigerweise in die Schule lässt und sie dafür (quasi als Tribut für den Akt der gnädigen Gewährung von Bildungsrechten) dann mit wöchentlich mehreren “Schnelltests” traktiert, wo also Nasebohren anstatt Naturwissenschaft auf dem Stundenplan steht, wo Schüler unter unzumutbaren Bedingungen im Winter frieren müssen (schließlich ist irgendein Witzbold mal auf die Idee gekommen, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit einer “Infektion” geringer sein könnte), wenn sie den ganzen Tag Gesichtslappen tragen dürfen, dann ist das nach Meinung vieler Eltern eben keine Schule mehr sondern eine Folterveranstaltung. Leider können sich viele Eltern Privatschulen schlicht nicht leisten, was dem staatlichen Bildungsmonopol in die Hände spielt.

Grundsätzlich wäre daher ein möglicher Weg, dass man, unter Beachtung des Artikel 7 des Grundgesetzes, ein vom Staat zwar beaufsichtigtes aber ansonsten von freien Trägern errichtetes und betriebenes Schulsystem parallel zum staatlichen aufbaut. Die staatliche Aufsicht hätte sich dabei auf elementare Grundlagen zum Unterricht, also seinen Inhalten und zum Prozedere an den Schulen zu beschränken. Alles andere wäre fachlichen Schiedsstellen (für niederschwellige Probleme) oder den ordentlichen Gerichten zu überlassen. Parallel dazu könnten staatliche Schulen existieren, die nach den gleichen Regeln arbeiten würden.

Auch diese Schulbehörden hätten übrigens demokratisch verfasst und besetzt zu sein. Dies könnte durch öffentliche Wahlen der Behördenleiter und eine zeitliche Befristung der Stellen zu erreichen sein. Also keine Beamten mehr, die bis ans Ende ihrer Dienstzeit mehr oder weniger lustlos auf den Stühlen sitzen (das Einkommen ist ja gesichert) sondern gewählte Personen, die man auch wieder abwählen kann. Und vor allem keine von der Regierung ernannte “Präsidenten”, die nur primär dahingehend handeln, den Regierungswillen umzusetzen. Regierungshandeln hätte sich auf elementare und unverzichtbare Handlungsfelder zu beschränken.

Apropos “abwählen”: Das gleiche Problem stellt sich übrigens auch bei der Besetzung de Leitungsebene in den staatlichen Schulen selbst. Dort bekommt man als Lehrer eine Person “vorgesetzt”, die sich dann “Vorgesetzter” nennt. Das kann, und es passiert leider sehr oft, die größte Pfeife und der jämmerlichste Performer sein. Denn diejenigen, die ihn (oder sie) auswählen, sind Leute, die dabei sicher nicht immer das glücklichste Händchen haben. Inkompetenz ist ein weit verbreitetes Problem heute. Nach welchen Kriterien diese Besetzungen vorgenommen werden, habe ich übrigens nie wirklich verstanden. Eine “gute Show” in einer Pseudokonferenz abziehen zu können und ein paar einfache Fragen in einer Art Kolloquium zu beantworten, macht sicher keine gute Schulleitung aus. Und die “Projekte”, mit denen so ein Kandidat glänzen könnte, entpuppen sich im Nachhinein oft auch nur als reine Luftnummern. Ein vollkommen verkrauteter Schulgarten ist da nur eines der drastischen Bespiele, wie jemand versuchte, “Karriere” zu machen.

Daher sollte man als Lehrerkollegium nach einer bestimmten Zeit die Möglichkeit haben, darüber abzustimmen, ob man den “da oben” noch haben will oder ob er doch besser in die Wüste geschickt werden sollte. Auch die Besetzung der Stelle müsste demokratisch vom Kollegium, und zwar nach eingehender der Prüfung der Person und ihrer Vorgeschichte, demokratisch entscheiden werden.

Mehr Auswahl bei der Schulwahl

Ein weiterer Vorteil von privaten Schulen wäre, dass sich Schulen individuell ausrichten könnten, je nachdem auf welchen Aspekt der Bildung man besonderen Wert legt. Stellen würden nicht nach Vorhandensein einer “Planstelle” besetzt sondern nach Bedarf. Und zwar mit den besten Leuten (oder jenen, die man dafür hält, denn vor Irrtum ist niemand gefeit). Auch dies wäre eine Form der Demokratisierung von Schulen. Autonomie und Demokratie sind untrennbar miteinander verbunden, da, wo alles “von eben” kommt, ist man dem behördlich angewiesenen Unsinn leider schutzlos ausgeliefert.

Die Finanzierung wäre ebenso eigenverantwortlich zu regeln: Eltern erhalten bestimmte Beträge, die sie als Schulgeld an die jeweilige Schule ihrer Wahl geben. Das kann eine private oder eben eine staatliche Schule sein. Eine darüber hinaus gehende Subventionierung von staatlichen Schulen, die durch eine besonders gute Sachausstattung ihre Attraktivität gegenüber Privatschulen erhöhen wollten, müsste ausgeschlossen werden. Auch hier wäre es an den Schule, die ihnen zur Verfügung gestellten ökonomischen Mittel bestmöglich einzusetzen. Der staatliche Wasserkopf an Behörden wäre auch dadurch zu verkleinern.

Fazit

Das was in oben angeführtem Aufsatz “demokratische Schule” genannt wird, ist lediglich eine Form von Anscheinsdemokratie. Sie basiert auf dem Credo, dass Schulleiter (aber auch Lehrer) die demokratisch zu Stande gekommenen Gesetze tunlichst einhalten und eine entsprechende Aufsicht existiert. Wenn aber diese Aufsicht regelmäßig versagt und untätig bleibt, ist bereits diese Anscheinsdemokratie unerträglich. Hinzu kommen jene Fälle, wo absichtlich das rechtswidrige oder sonstige Fehlverhalten von Schulleitern gedeckt und gestützt wird. Dieser institutionalisierte Rechtsbruch, so steht zu vermuten, könnte auch Teil einer grundsätzlichen Politik der Regierung sein. Eine wirklich demokratische Schule hingegen kann nur in einem diversifizierten, mit unabhängigen Strukturen und Personen  ausgestatteten Schulsystem gelingen. Alles andere ist und bleibt undemokratisch.

14 Gedanken zu „“Demokratische” Schule?

  1. ...

    Ich bin immer im Ansatzdenken steckengeblieben.
    Deine weiterführenden Gedanken sind wirklich umsetzbar. Neben dem echten demokratischen Aspekt finde ich es wichtig: „ Eltern erhalten bestimmte Beträge, die sie als Schulgeld an die jeweilige Schule ihrer Wahl geben.“ Damit wäre auch eine „demokratische Schulpflicht“ gegeben.
    Nun wären noch echte demokratische Politikformen zu finden, die dieses umsetzen lassen.

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Hallo,

      meiner Ansicht ist es wichtig, Schule zumindest in Teilen zu privatisieren, also neben dem staatlichen Schulwesen ein alternatives System zu etablieren, in welches Eltern, die z. B. mit den vollkommen inakzepbtablen und unnötigen “Maßnahmen” in den Staatsschulen nicht mehr einverstanden sind, ihre Kinder schicken können.

      Eine Schulpflicht würde ich ersetzen durch eine Art Bildungsnachweispflicht. Z. B. könnte man zentrale Prüfungen (nach der Grundschule, nach der 10. Klasse, zum Abitur) für alle verpflichtend machen, wie der junge Mensch da individuell zu diesem Bildungsniveau hinkommt, ist hingegen seine Sache und die seiner Eltern.

      Mir ist dieses Thema übrigens sukzessive auf den berühmten “Radarschirm” gekommen, weil immer mehr Eltern an uns herantreten, um Lehrer z. B. für “Homeschooling” zu finden. Diese Eltern sind extrem wütend darüber, was man ihren Kindern in den Staatsschulen so täglich zumutet. Da gibt es derzeit also einen signifikanten Bedarf an Lehrern für alternative Schulmodelle. Auch Privatschulen befinden sich vermehrt in Gründung und suchen ebenfalls Personal.

      Wenn man diese suchenden Eltern mit Lehrern, die entweder das staatliche System verlassen wollen (u. a. weil sie diese immer bizarrer werdenden “Dienstanweisungen” schlicht nicht mehr ertragen können) miteinander zusammenbringt, könnte daraus eine wirkliche neue Bildungslandschaft entstehen. Wie das im Einzelnen gemacht wird, darüber wird man nachdenken müssen. Aber dass so eine Entwicklung sich vollzieht, ist sehr gut.

      Mir ist dann noch der Gedanke gekommen, dass ein heterogenes Bildungssystem auch z. B. jenen Schulen das Wasser abgraben würde, wo die Lehrer zu einem signifikanten Teil unfähig, unmotiviert, ungerecht oder einfach psychopathisch sind. Die Eltern würden ihre Kinder einfach woanders hinschicken. In einem monopolisierten System wie dem jetzigen haben die Pfeifen einfach viel zu leichtes Siel. Denn Schlechtleistung ist nicht einmal ein Dienstvergehen im deutschen Beamtenwesen.

      Antworten
      1. Anymonus

        Lieber Herr Baier,

        es hat wenig Sinn, den Ist-Zustand zu konstatieren, zumal dieser hinreichend bekannt ist. Es müssen konkrete Gedanken der (Ver-)Änderung kommen, und da sehe ich hier auf dieser Plattform keine, obwohl sie inzwischen über 1 Jahr existiert. Was nicht heißen soll, es gäbe keine Bewegung, die allerdings wird online nicht sichtbar bzw. abgebildet.

        Antworten
  2. U. H.

    Ich kann mit so viel Konjunktiv kaum leben…

    Tut jemand irgendetwas Konkretes?
    Können wir etwas tun?
    Oder reden (/schreiben) wir bloß?

    Das Ding ist nicht abzuwenden!
    Freundet Euch mit der Tatsache an, daß Gott genau das tut, was Er verheißen hat!
    Diese Welt, so wie sie ist, geht an sich selbst zugrunde.

    Antworten
    1. Anymonus

      Ich kann mit so viel Konjunktiv kaum leben…

      D’accord!

      Tut jemand irgendetwas Konkretes? Können wir etwas tun? Oder reden (/schreiben) wir bloß?

      Ja, und ich habe das auch schon hier bei “Lehrer für Aufklärung” breitflächig und tiefgreifend getan und dargelegt. Ob und inwieweit das aufgegriffen wird, muss jeder für sich entscheiden, bemisst sich jedoch auch ein Stück weit daran, welche unmittelbare Resonanz darauf erfolgt(e): Keine. Fazit: Ich lasse aktives Einbringen sein, wenn darauf NULL Reaktion erfolgt. Man braucht es dann offenkundig nicht. Man will es offenkundig auch nicht.

      Diese Welt, so wie sie ist, geht an sich selbst zugrunde.

      Solange der mental-spirituelle Zustand anhält, ja, definitiv. Sage nicht (nur) ich, sagen die Hopi-Indianer. Die es wissen (sollen).

      Antworten
  3. Illu Sions-Frei

    Wir leben gerade offiziell in einer sog. “Demokratie”. Das war bis vor einiger Zeit auch nichts Besonderes insofern als man darin aufgewachsen ist. Wenn allerdings der Begriff selbst so bemüht wird, weiß man doch sofort aus welcher Ecke und mit welcher Absicht.

    “Demokratie” bedeutet dann letztendlich: alternativlos, “halt´s Maul – ich mach die Ansage”, “so und nicht anders”, “Du kannst ja gehen”, etc.

    Die Personen, welche von “Demokratie” schwadronieren, leben von diesem System und wollen es erhalten. Es sind Systemagenten wie in jeden anderem System auch – System ist System.

    Der bemühte Begriff soll immer das bestehende System stützen. Sobald also etwas “demokratisch gelabelt” ist, ist es pc und alle die da nicht mit einhergehen sind inkorrekt und somit draußen.

    Demokratisch zu sein, heißt linientreu zu sein – heutzutage. War mal in den 70er bis in die 90er anders. Da war der Toleranzbereich entspannt umfangreich und man wurde von den pc-Jüngern nicht so sehr behelligt.

    Antworten
    1. ...

      Es gibt Dinge, die gegenwärtig mit den vorhandenen- angepassten Mitteln/ Sprache am problemlosesten umgesetzt werden können.
      Für langfristige, grundlegende Möglichkeiten/ Staatsformen reicht auch Kritik wie Ihre allein nicht aus.
      Wer an Weltuntergang glaubt, hat schon jetzt, verloren und hört schon heute auf zu leben.
      Kein Gott hat etwas verheissen und schon gar nicht niedergeschrieben, es hat jemand diesen Gedanken zu Papier gebracht – ein Papier! Und welchen Einfluss Papier auf das Leben hat und wie man es verändern kann!

      Antworten
      1. Illu Sions-Frei

        Ich kritisiere nicht in dem Sinne, als dass ich etwas hier verändern möchte, weil ich weiß wer regiert und wie die ganze Geschichte läuft.

        Gerne höre ich “heute schon auf zu leben”, denn in dieser Welt zu leben heiß tot zu sein.

        Und noch was: Gott hat sogar Selbst geschrieben und Seine Verheißungen sind zahlreich!

        “Und als er mit Mose auf dem Berg Sinai zu Ende geredet hatte, gab er ihm die beiden Tafeln des Zeugnisses, Tafeln aus Stein, beschrieben mit dem Finger Gottes.” (2. Mo 31, 18)

        Aber wie steht es doch geschrieben:
        “Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« Sie handeln verderblich und begehen abscheulichen Frevel; da ist keiner, der Gutes tut. (Ps 52, 2)

        Antworten
  4. U.H.

    Ich schrieb einen Kommentar.
    Er erscheint hier nicht.
    Was ist das Problem?

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Guten Tag, Kommentare von Lesern, die hier zum ersten Mal kommentieren bzw. die mehr als 2 Links enthalten, müssen erst freigeschaltet werden. Da ich auch ein Leben neben dieser Webseite habe und zahlreichen Hobbys nachgehe, kann das im Einzelfall mal etwas dauern. 🙂

      Antworten
  5. Karl der Käfer

    Hallo,
    meiner Ansicht nach befindet sich das Bildungswesen tatsächlich in einer Schieflage. Warum? Wegen der Privatisierung! Die Bertelsmann Stiftung ist tief und seit Jahrzehnten in unser Bildungswesen (insbesondere Lehrerausbildung und Behörden) involviert. Letztens wieder eine Kindergartenumfrage vom Berliner Senat, mehreren Krankenkassen und .. der Bertelsmann Stiftung, die entsprechend auch die Auswertung vornimmt! Warum kann der Berliner Senat das nicht allein? Muss es ein breites gesellchaftliches Bündnis sein? Wieso ist die Bertelsmann Stiftung ein gemeinnütziger Verein? Wer bezahlt diese? Wieso wird ein Kindergarten von einer privaten Firma zertifiziert? Was soll der Quatsch mit Pisa?

    Wir sind bereits auf dem gesteuerten Weg in ein angelsächsisches Bildungssystem mit Exzellenz Unis/Initiativen, Gebühren etc. Warum? Weil es ein lukrativer Markt ist, nichts anderes. Dazu muss das “alte” System allerdings abgebaut und schlecht gemacht werden. Das erleben wir seit Jahren… u.a. mit der extrem starken und einseitigen Betonung auf Individualität. Passt hervorragend auch in die globale Agenda.. Kann eine solidarische Gesellschaft mit solchen Egomanen funktionieren?

    Deutschland schafft sich ab: Früher, ca 1990, konnte man jeden auf der Straße fragen, welchen Beruf er gelernt hat. Nahezu alle hatten eine gute, 3 jährige Ausbildung, auch wenn sie später als Kellner gearbeitet haben. Aber heute…
    Was hat Deutschland sonst ausser einer zentralen Lage? Rohstoffe? Kolonien? Militär? Souveränität? Die umfangreiche und breite Bildung durch alle gesellschaftlichen Schichten hat Deutschland zum Exportweltmeister gemacht. Das alle Strukturen ab und zu mal einen Besen brauchen, stimmt. Aber dieser Besen schiebt uns in die Privatisierung, die nicht zu unser aller Glück führt! Bildungsgutscheine für alle, yeah!

    Antworten
    1. ...

      Da hast du schon Recht. Nur das Bildungswesen wird an sich durch seine Struktur und Bildungsinhalte den Kindern nicht gerecht. Aus dieser Struktur kommt man nicht durch Wahlen raus und auch ein Systemwechsel garantiert nichts. „ Bildungsgutscheine“ fördern die Privatisierung, könnten aber gut sein, um gerade jetzt aus der Schulpflicht herauszukommen. Denn man sieht ja, dass diese die Instrumentalisierung der Kinder fördert, den Eltern die Verantwortung raubt.
      Eigentlich haben wir ja das Recht mitzuentscheiden, wofür und wie der Staat Geld verteilt, vermutlich haben wir das schon längst vergessen, weil wir nur indirekt über die Wahlen gefragt werden, wem wir vertrauen und die angelegten Systemen kaum hinterfragen, hinterfragen dürfen.
      In der Schweiz gibt es zumindest einen Volksentscheid, jetzt wieder am 13.6.

      Die PC-Jünger führen eigentlich nur fort, was schon ein paar Jahrtausende besteht, sie pressen unsere Daten in PC, Chips machen uns gleich selbst zum Chip.
      Aber auch jetzt schon existiert man doch als Mensch real nur, wenn man eine Geburtsurkunde hat, gilt erst als tot mit einer Sterbeurkunde oder kann gar nicht sterben, wenn man wiederum keine Geburtsurkunde hat. Man existiert nur real mit Rechten, wenn man einen Pass besitzt. Man erwirbt Rechte auf einen anderen Menschen mit einer feierlich ausgehändigten Eheurkunde, verliert sein Recht auf sein Kind, wenn ein Amt das entscheidet und wiederum eine Urkunde ausstellt. Man braucht Tausende Befähigungsurkunden, die einem Tür und Tor öffnen und wir machen da mit. Der Mensch hat sein natürliches Recht, einfach zu existieren, schon längst verloren ohne es zu merken, zu bemängeln. Wir sind schon längst Urkunden und Papier-gläubig und abhängig.

      Moses (2. Mo 31, 18), dies hat auch ein Schreiber wiedergegeben, erzählt, auf Papier festgehalten und wir haben eine Übersetzung.
      Da gibt es noch einen sehr entlastenden Satz: Du sollst dir kein Bild von mir machen- und heißt, du musst dir nicht vorstellen, wer und wie ich bin- auch die Bibel ist ein Bild.
      Ich muss mir vorstellen, wie das Leben hier vor Ort jetzt in meiner Zeit funktionieren könnte, dann kann ich handeln und gestalten.

      Antworten
    2. Karl der Käfer

      Bildungsgutscheine yeah sollte ironisch rüber kommen, sorry. War nicht so eindeutig 😐
      Wir erleben gerade das aktuelle Malheur mit den Kita Gutscheinen. So ein Müll, aber es zeigt die Richtung an wie sich das entwickeln könnte.

      Antworten
  6. ...

    Hallo Anymonus,
    die Resonanz spiegelt sich nicht immer in Kommentaren bzw. wie du schreibst, wird online nicht sichtbar. Deinen komplexen Beiträgen ist oft auch gar nichts hinzuzusetzen und kaum hat man darüber nachgedacht, ist schon die nächste Hiobsbotschaft da.
    Dass diese Homepage existiert, immer aktuell gehalten wird, ist an sich schon eine nicht genug zu würdigende Initiative und Tatkraft von Peter Bayer. Und Peter bestückt die Seite nicht mit irgendwelchen Nachrichten, sondern seinen eigenen Gedanken, in seinem ganz eigenen Stil, mit seinem Humor.
    Konkrete Gedanken der Veränderung – auch das wird durch die immer neuen Nachrichten, die ziemlich eng gewordenen Bedingungen, diese öffentlich zu äußern, erschwert, in Worte zu fassen.
    Tatsächlich sind Lehrer viel mehr als andere im Alltag dem Irrsinnsregelwerk und dessen Verfechtern ausgesetzt, die jeder Einzelne für sich alleine durchstehen, durchkämpfen muss.
    Das raubt Kraft. Und die Texte von Peter sind erfrischend und ermutigend.
    Deine sind breitflächig, tiefgreifend, interessant, selbstbewusst, schlagkräftig- und doch voller Aufruhr.
    Schreib weiter, der Weg zum Wandel ist doch ziemlich lang.
    Danke.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.