Der alltägliche Faschismus für zwischendurch

Von | Juli 11, 2021

In diesem Land wimmelt es von Leuten die eine, wie Erich Fromm es beschrieb, “autoritäre Persönlichkeit” mit sich herumtragen. Man begegnet diesen Menschen immerfort. Ob es der Bäcker an der Ecke ist, der einen rauswirft, weil man keine Gesichtswindel trägt, der Supermarktmitarbeiter, der sich vor einem aufbaut und den großen Helden markiert. Und das obwohl er 1 1/2 Köpfe kleiner ist, aber in den Zeiten, wo man “etwas zu sagen” hat, wächst mancher kleine Möchtegern-Diktator über sich hinaus. Diese Leute begegnen uns im Zeitalter des “Corona”-Kultes fast täglich. Sie lieben es, was die Regierungen sagen, sie denken wenig selbst, sie beten gerne nach.

Gerade unter “Pädagogen” sind entsprechend eingestellte Menschen keine seltenen Exemplare. Manche Lehrer kennen den mobbenden Schulleiter, den autoritären Kollegen oder den Denunzianten. In Deutschland setzten mindestens 2 Diktaturen in unterschiedlichen Farbtönen auf den unterwürfigen und antidemokratischen Zeitgenossen. Endlich einmal “Macht” zu haben, endlich mal anderen etwas vorschreiben zu können (meinetwegen auch in Form einer sinnlosen “dienstlichen Anweisung”, egal!), das ist es, was der “autoritäre Charakter” über alles liebt. Klein im Geiste wird er zum ganz Großen, wenn man ihm nur ein Quäntchen Macht gibt.

Allfällige Gelegenheit für dieses kleine Quäntchen an Macht gibt es, im Zeitalter der angeblichen “Pandemie”, zuhauf. Und sei es nur verbal. Denn angesichts eines immer weiter um sich greifenden Totalitarismus in Deutschland kommt auch der “kleine Autoritäre” endlich wieder auf die Bühne nachdem er jahrelang sein Dasein eher im Schatten der Gesellschaft führte. Jetzt ist seine Zeit, jetzt kann er groß aufsprechen:

(Quelle)

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte. Eine Impfpflicht lehnt er ab. (ebd.)

Ich glaube, ich muss mich gerade übergeben. Kommt mir aber irgendwie bekannt vor, diese Geisteshaltung nennt sich ganz einfach “faschistisch”. Nur, wo ist bei dem autoritären Geblöke eigentlich der Geist?

Bevor man mir hier nun vorwirft, einen Begriff überzogen zu verwenden, eine kleine Information: Eines der Wesensmerkmale des Faschismus ist ein streng dichotomes Denken. “Wir/die anderen”, “gut/böse”, “minderwertig/hochwertig”, “oben/unten” etc. etc. Wobei der faschistoid-autoritäre Charakter natürlich immer auf der Seite der “Guten” steht. Meint er zumindest.

“Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren“, sagte Heinz der “Rhein-Zeitung”. (ebd.)

Ja, das ist schon ziemlich starker Tobak, was der Mann da über den Sender lässt. Sein Menschenbild verursacht, wie bereits gesagt, heftige Übelkeit. Er ist bereit, Menschen ihre Freiheitsrechte vorzuenthalten, wenn sie sich nicht gegen eine bestimmte Erkältungskrankheit haben impfen lassen. Genauer gesagt, wenn sie sich nicht einer genetischen Experimentalbehandlung unterzogen haben. Und man liest die Lust am Quälen, am Unterwerfen und Schikanieren aus den Zeilen des Herrn Heinz klar und eindeutig heraus. Er ist der Bestimmer und sagt diesen “Impfverweigerern” und “Covidoten” mal klar, wo es lang geht.

Dieser Vortrag, der an Abwegigkeit kaum noch zu steigern ist, ist relativ neu, gehört man ihn vielleicht schon mal in ähnlicher Coleur, aber weniger radikal. Immer wieder wurde ja dieser perverse “Impfzwang durch die Hintertür” angedacht. Eine Diskriminierung nach Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Religion etc. ist schon dagewesen, aber nach Impfstatus zu diskriminieren ist neu. Ein derartiges “Ethos” bei einem Arzt erzeugt Schaudern. Wäre er bereit Menschen auch aus anderen Gründen zu diskriminieren und ihrer Rechte zu berauben? Würde er nicht geimpfte Patienten behandeln, auch im Notfall nicht? Eine paar interessante Fragestellungen.

Nicht-Impfung als Stigma

Da man Menschen aber nicht ansieht, ob sie sich “den Stich” haben geben lassen oder nicht (zumindest wenn sie kein geschwollenes Gesicht oder Gliedmaßen haben, was ja vorkommen soll, nach der “rettenden” Injektion) wie will der Herr dann eigentlich erkennen, wer “geimpft” ist? Muss man nun seinen Impfpass am Revers tragen? Oder bekommen “Nichtgeimpfte” ein Erkennungszeichen, das sie gut sichtbar tragen müssen? Es muss ja nicht unbedingt ein Stern sein, eine durchgestrichene Spritze täte es auch.

Und das am Besten groß auf Brust UND Rücken, damit der Geimpfte sich vom potenziellen Killer fernhalten kann. Denn das muss er tun, er ist ja geschützt. Sie erkennen den Widerspruch?

Ach noch etwas, lieber Herr Heinz: Ich muss “meine Maske” gar nicht ablegen. Ich trage nämlich keine. Capito?

Grundgesetz? Wen interessiert das schon?

Dieser “Oberarzt” namens Heinz scheint ein wirklicher Humanist zu sein. Und obendrein einer, der sicher auf dem Boden unseres Grundgesetzes steht. Was steht da nochmal u. a. drin?

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art. 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Ach, wer wird denn gleich so kleinlich sein? “Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.” Einige sind eben etwas gleicher, kennt man doch spätestens seit “Animal Farm”.
Vielleicht sollte mal der Verfassungsschutz von RLP ein Auge auf den Mann werfen. Denn mit dem Grundgesetz sind solche Äußerungen nicht zu vereinbaren. Der Mann ist offenkundig ein Verfassungsfeind, er stellt sich gegen zentrale Setzungen unserer Werteordnung. Und so was ist Ärztefunktionär! Allerdings, so wie ich die Behörden in diesem Bundesland kenne, wird da gar nichts passieren. Die nehmen lieber Kritiker der verfassungswidrigen Grundrechtseingriffe  ins Visier und werden vermutlich bei Herrn Heinz nicht vorsprechen. Ob man in diesem Land etwas sagen darf oder nicht, hängt nämlich auch von der Position ab, die man innehat. Und welches Parteibuch. Aber das ist ein anderes Thema.

Ein Gedanke zu „Der alltägliche Faschismus für zwischendurch

  1. Markus

    Will Lauterbach jetzt eine Hetzkampagne lostreten?
    https://dejure.org/gesetze/StGB/130.html
    https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1415237344941195272

    “Der Staat hat kein Recht, Menschen vor einem Virus zu schützen, die sich davor nicht schützen lassen wollen. Der Staat macht den Bürgern ein Impf-Angebot. Sie haben das Recht, es anzunehmen – oder eben nicht.”
    https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/neue-quoten-und-richtwerte-regierung-hat-angst-uns-unsere-freiheit-wiederzugeben-77074920,jsPageReloaded=true.bild.html#remId=1700196419568699177

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