Die Krux mit dem Masken-Attest

Von | Dezember 24, 2020

Von X. (Name der Redaktion bekannt)

Als die Maskenpflicht an unserer Schule kam und es hieß, man müsse auf den Fluren eine Maske tragen, habe ich es trotz meines Asthmas für ca. 2 Minuten mit einer ganz dünnen Maske probiert und bekam keine Luft. Ein schlimmes Stechen unter der Brust und ein schreckliches Engegefühl kamen hinzu. Es ging mir so schlecht, dass ich den restlichen Tag mit Brustschmerzen und Atembeschwerden im Bett lag.

Das erste Attest: Arzt zu höflich

Mein Arzt schrieb mir daraufhin ein Attest: „Frau X darf aus medizinischen Gründen keine Maske tragen. Bitte dies zu respektieren.“ Nun kam von der Schulleitung, das sei ja kein Attest, sondern nur eine Bitte. Aha!

Als Kompromiss schlug meine Schulleitung nun vor, dass ich ein Vollvisier tragen muss. Also besorgte ich mir auf eigene Kosten ein Visier und trug dieses. Da es dauernd beschlug und ich alles verschwommen sah, war mir oft schwindlig und ich konnte schlecht atmen. Zu der Zeit hatte ich vier bis fünf Pausenaufsichten pro Woche und eine 65-minütige Mensa-Begleitung, was eben sehr lange Zeiten mit Maske waren. Nachmittags hatte ich dann Kopf- und Brustschmerzen, weshalb ich abends schwer einschlafen konnte.

Das zweite Attest: kein Vollvisier

Irgendwie dachte ich zu der Zeit noch, dass ich ja nicht die einzige mit Atembeschwerden und Brustschmerzen sei und dass ich da irgendwie durch musste. Als ich meinem Arzt von dem Schwindel erzählte, meinte er, dass ich mir damit schade und umkippen könnte und er schrieb mir ein Attest, dass ich kein Vollvisier tragen kann. (Ich hatte vor geraumer Zeit mal einen Hörsturz und seither eh schon mit Schwindel zu tun).

Es war einmal… Datenschutz

Ich gab das Attest ab und trug dann eine Zeit lang ein Halbvisier, womit ich zwar auch nicht richtig atmen konnte, aber wenn ich das Kinn nach unten nahm, konnte ich gut Luft bekommen, was ich dann oft tat. Da meinte meine Schulleitung, es hätten sich Kollegen beschwert und ich müsse ein Nasenbügel-Visier tragen. Damit hatte ich dann zwei Asthma-Anfälle und beschloss daraufhin, nie wieder eine Maske anzuziehen. Die Schulleitung sagte mir nun, ich bräuchte ein Attest mit Diagnose. Mein Arzt war darüber sehr erstaunt und sagte etwas von „Geheimnisverrat“ und „Straftat.“

Das dritte Attest: ICD-Codes

Ich entband ihn von der Schweigepflicht und er schrieb die ICD-Codes auf das Attest. Er sagte, das sei wichtig, damit nicht jeder Unbeteiligte gleich sieht, was ich für Krankheiten habe. Meine Schulleitung sah das anders: „Das ist kein richtiges Attest. Sie brauchen ein neues.“

Es war einmal…. freie Arztwahl

Und dann kam noch der Satz: „Aber wenn der Arzt mehr als 30 km weg wohnt, dann brauchen Sie mir das gar nicht zu geben, denn das akzeptiere ich nicht.“

Mein Arzt – ein sehr gutmütiger Mensch – schrieb mir nun ein ausführliches Attest mit genauer Diagnose. Leider erwähnte er auch, dass ein Lehrer zum Denken und Unterrichten Sauerstoff braucht und allein deshalb eine Maske kontraindiziert wäre. Meine Schulleitung sagte daraufhin, dass sei kein Attest, sondern ein Brief. Sie brauche ein richtiges Attest.

Unentschuldigte Fehltage

Bis das „richtige“ Attest vorläge, müsste ich nach Hause fahren. Das war an einem Montagmorgen, als ich einfach nach Hause geschickt wurde. Dabei hatte ich in 20 Jahren Lehrer-Dasein noch nicht einen einzigen Tag gefehlt. Das war wirklich hart für mich.

Ich hätte nun bis Mittwoch 24 Uhr Zeit, ein richtiges Attest zu besorgen. Bis dahin fehlte ich unentschuldigt! Somit verbrachte ich den ganzen Montag damit, gefühlt hundert Lungenfachärzte anzurufen, um einen Termin bis Mittwoch zu bekommen, was natürlich unmöglich war. Ich war so verzweifelt, dass ich sogar jedes Mal erwähnte, dass ich Privatpatientin sei. Es half nichts. Ich fuhr dann einfach zu Lungenfachärzten im Umkreis und sprach persönlich vor, bis ich in einer Praxis einen Termin für den nächsten Tag bekam, weil gerade jemand abgesagt hatte.

Mir wurde dann dort direkt – noch vor den ganzen Untersuchungen – gesagt, dass es eine Nachricht vom Fachverband der Lungenfachärzte gäbe, dass auf keinen Fall Atteste ausgestellt werden dürfen. Daher würden die Befunde an den Hausarzt weitergeleitet und dieser solle das Attest schreiben. Nach den Untersuchungen war die Diagnose dann aber eindeutig: ich darf auf keinen Fall einen Mundschutz tragen – nur ein Attest gab es eben nicht.

Das vierte Attest: neuer Arzt

Nun bekam ich so schnell keinen Termin bei meinem Arzt und ging mit den Befunden zu einem anderen Arzt, der ebenfalls zu dem Schluss kam, dass ein Mundschutz meiner Gesundheit sehr schaden würde. Er schrieb ein ausführliches Attest mit Diagnose.

Dieses wurde nun akzeptiert, aber da die Infektionszahlen gestiegen waren, müsse ich zu Hause bleiben und Fernunterricht machen. Ich versuchte, der Schulleitung zu erklären, dass positiv Getestete, die keine Symptome haben, eigentlich nicht infiziert sind und daher auch niemanden anstecken können. Außerdem brachte ich vor, dass in diesem Jahr weniger Menschen gestorben seien, als in den letzten Jahren im gleichen Zeitraum und dass die Intensivbetten nicht höher belegt seien als in den Vorjahren. Es nützte nichts.

Auf der Suche nach dem fünften Attest

Nachdem ich in der Gruppe „Lehrer für Aufklärung“ erfahren hatte, dass es viele Lehrer gibt, die ohne Masken an den Schulen unterrichten, beschloss ich, einen Anwalt hinzuziehen. Dieser schrieb an die Schulleitung und sie antwortete, dass mein Attest nicht den „Anforderungen der aktuellen Rechtsgrundlagen (13. CoBLVO vom 27.11.2020) und dem Hygieneplan Corona für die Schulen und der inzwischen ergangenen Rechtsprechung genügt.“

Also habe ich diese ganzen Verordnungen durchgelesen. Mir ist aber trotzdem nicht klar, wieso mein Attest nicht akzeptiert wird, denn es erfüllt alle Anforderungen….

Fortsetzung folgt.

 

2 Gedanken zu „Die Krux mit dem Masken-Attest

  1. admin Beitragsautor

    Es scheint eine besonders “herausragende” Qualifikation mancher Schulleiter zu sein, sich geradezu als Meister im Schikanieren ihrer Mitarbeiter betätigen zu müssen. Ich frage mich immer: Machen die das aus freien Stücken oder handeln die auf Anweisung “von oben”? Egal, wie dem auch sei: Solche Leute sind als Führungskräfte vollkommen inakzeptabel und eine krasse Fehlbesetzung.

    Wenn ich in der Position des “Kollegen” aus dem oben geschilderten Fall wäre, hätte ich bereits beim ersten Schreiben des Arztes gesagt: “Ist gut, Frau X, ist OK, schönen Tag noch!”. Alles Weitere wäre mir vollkommen egal gewesen.

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  2. Anymonus

    “Aber wenn der Arzt mehr als 30 km weg wohnt, dann brauchen Sie mir das gar nicht zu geben, denn das akzeptiere ich nicht.”

    Spätestens hier Strafanzeige wegen Nötigung und die klare Ansage an die Schulleitung: “Wenn Sie mir weiterhin auf den Sack gehen und es offensichtlich darauf anlegen, mich [vorsätzlich] zu schädigen (obwohl Sie arbeitsschutzrechtliche Pflichten tragen) indem Sie formal unzulässige Hürden kreieren, hat das für Sie persönliche Folgen. Wählen Sie bitte den Weg der Kooperation, nicht der Konfrontation oder der Eskalation. Erpessung wird als Straftat hart geahndet.”

    Sie brauche ein richtiges Attest.

    Aufforderung an die SL, diese Anforderungen konkretisiert zu verschriftlichen. Das wäre vmtl. nIcht passiert, da die SL weiß, dass deren phantasierte Forderungen unzulässig bis strafbar und daher Aufforderung zu einer Straftat im Amt sind, die mit Knast (oder hoher GS) geahndet werden.

    Deshalb läuft in der BRD schon sehr lange Zeit vieles OHNE UNTERSCHRIFT. Der Satz “elektronisch erstellt… blabla” ist juristischer Mumpitz bis auf den einzigen(!) Ausnahmetatbestand der reinen Mitteilung, d.h. ohne Rechtskraft nach innen oder außen. Im Übrigen sind qualifizierende Unterschriften auch digital möglich.

    Mir ist aber trotzdem nicht klar, wieso mein Attest nicht akzeptiert wird, denn es erfüllt alle Anforderungen…

    Das Vorbringen der SL ist Schwachsinn und enthält keine Brgründung der Mängel. Die SL behauptet lediglich, ist aber beweisbelastet, nicht Sie als LehrerIn!

    Ich kann nur immer wieder betonen:
    Es hilft, sich in Jura weiterzubilden um zu verstehen, wie man dem Denken dort nicht nur beikommen sondern es erfolgreich(!) kontern und dem Gegenüber Rückzugsräume versperren bzw. abschneiden kann. Das mag militärisch klingen, und das ist es auch, denn wo Leib und Leben bedroht werden, handelt es sich definitionsgemäß um Gewalt oder Krieg.

    Eine keine Clique hat sich überlegt, dass es ein gangbarer Weg wäre, ganze Völker zu terrorisieren, und zwar vornehmlich dadurch, dass diese mental darauf nicht vorbereitet sind, bei jedem “Schuss” wie aufgeschreckte Hühner davonflattern anstatt in der Deckung zu liegen, den Feind zu lokalisieren und auszuschalten.

    Selbstverständlich werden ALL diejenigen als LEUGNER und insgesamt Schädlinge hingestellt, die das Treiben durchschaut haben, darauf hinweisen und sich ihm entziehen. Diejenigen werden als Erste (medial) ausgeschaltet und wirtschaftlich kaltgestellt. Davon sind sämtliche Politkasper betroffen, denn die sind ja nur Marionetten. Die tun, was ihnen die Mafia befielt – nicht etwa “das Volk”.

    Man sollte wenigstens begreifen, dass diese Attacke gegen jeden Einzelnen gerichtet ist. Insofern macht es Sinn, die richtige Strategie, Taktik und Bewaffnung zu wählen. Und ganz wichtig: Nicht zögern, sich zu verteidigen! Bildung hilft.

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