Hauptberuf Rektor – Nebenberuf “Arzt”

Von | Dezember 9, 2020

Über die Fragwürdigkeiten, die sich Ministerien und ihre nachgeordneten Behörden in Zusammenhang mit der durch die Politik und ihr vorsätzliches Fehlhandeln ausgelöste “Corona-Krise” (also eine “Krise” in Zusammenhang mit einer eher harmlosen Atemwegsinfektion), so ausdenken, haben wir hier regelmäßig berichtet. Die Liste an Abstrusitäten ist lang, und heute ist es Zeit, dieses Thema mal wieder in den Fokus zu rücken.

In der neuesten Version des “Hygieneplans ‘Corona'” für die Schulen in RLP steht folgende Textapssage:

Aha! (Nein, hier ist nicht die allgemeine “AHA”-Regel gemeint, also ‘Auto weg, Haus weg, ALLES weg.”, sondern es handelt sich um den althergebrachten Ausdruck maßlosen Erstaunens) Man ist doch einigermaßen verblüfft. Ein Arzt stellt einen Patienten nach eingehender Begutachtung (so war es jedenfalls in meinem Falle) ein Attest aus, das ihn vom Tragen einer Mundwindel befreit. Das reicht aber heute nicht, denn im “Corona”-Staat ist grundsätzlich jeder verdächtig, ein Abweichler zu sein. Wer Abweichler ist, ist übrigens “unsolidarisch”, “egoistisch” und “gefährdet seine Mitmenschen”. Also ein “Covidiot”. Das nur nebenbei. Daher müssen folglich Mechanismen entwickelt werden, um das zu verhindern. Denn es muss jeder “auf Linie” gebracht werden. So läuft der “Hygiene-Sozialismus”.

Also wird jetzt der ärztliche Befund einem “Institut für Lehrergesundheit” zugeführt. Hier stelle ich mir zuerst einmal die Frage “Was macht dieses ‘Institut’ mit meinem Attest?“. Wie wird so etwas geprüft und nach welchen Kriterien? Muss ich vorsprechen und meinen Befund erläutern? Werde ich untersucht, muss ich eine Blut-, Urin- oder gar eine Stuhlprobe abgeben? Wird der ausstellende Arzt befragt (den ich aber vorher von der Schweigepflicht entbinden müsste, was ich mit 100%iger Sicherheit NIE tun würde)? Wie soll das ablaufen, um zu prüfen, ob man das Attest zurecht hat oder nicht?

Und dann habe ich persönlich noch das Problem, dass meine Patientendaten nun  plötzlich an irgendein Institut weitergegeben werden, ohne dass ich dazu meine Einwilligung gegeben habe. Das ganze als “schräg” zu bezeichnen ist wohl noch eher untertrieben.

Zum Schluss kommt dann der Schulleiter (auch bekannt als “Dr. med. Rektor”) zu der Erkenntnis, dass das Attest wertlos sei, und man gefälligst  mit einem Lappen vor dem Gesicht zu unterrichten habe. Persönlichkeits- und andere Rechte? Ach, vergessen Sie’s!

Denkt man den Gedanken übrigens zu Ende, wäre der nächste Schritt, z. B.  auch eine Krankschreibung des Arztes durch das “Institut für Lehrergesundheit” überprüfen zu lassen. Ja, warum denn nicht? Vielleicht hat der Kollege/die Kollegin ja etwas Ernstes? Da muss man doch mal nachschauen! Und wenn der betreffende Lehrer das nicht will? Da würde ich dann einen Anwalt konsultieren.  Aber eines kann man mit Sicherheit sagen: Die Übergriffigkeiten nehmen zu und man muss sich wehren. Denn wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

 

4 Gedanken zu „Hauptberuf Rektor – Nebenberuf “Arzt”

    1. admin Beitragsautor

      Ähem, ob das was wird? “Dr. Rektor” wird, wie immer, auf Anweisung der Behörden handeln, denn schließlich hat er irgendwann das eigenständige Denken eingestellt und lässt jetzt denken. Insofern weiß ich nicht, ob der Warnhinweis ankommen wird. Ich fürchte, eher nicht.

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  1. Anymonus

    Das alles sind Vorbereitungen, geltendes Recht und entsprechend die Rechtsprechung sowie die Rechtsgrundlagen zu ändern. Af etwas real Vorhandenes kommt es dabei nicht an, man managet das clever mittels Formaljura, sprich Rechtspositivismus. Wohin man damit will, hat 1933 bis 1945 gezeigt. Das sind die Ziele. Merkel hat recht wenn sie sagt, es wird nie wieder ein Zurück zur alten Normalität geben. Denn die alte Normalität wird mittels Lockdown und Seuchen-Narrativ genutzt, das Rechtssystem umzubauen.

    Neuester Streich: BVerfG-Beschluss zum Demonstrationsrecht. Das wurde damit entwertet, ist nun endgültig vollkommen für den Arsch. Das portugies. Quarantäne-Urteil will man “rückgängig machen”, so wie die Wahl in Thüringen. Derweil wird lamentiert, man müsse “Querdenken” verfassungschützlerisch beobachten. In Wahrheit ist der Verfassungsschutz ein Prüffall seiner selbst!

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  2. Christian

    🙂
    Wir haben “freie Arztwahl” und ein sog. “Institut” ist de jure irrelevant. Außerdem wird mit dieser Amtsanmaßung gegen die gesetzl. Regelung bterff. InfSchG und Sars-Cov2-VO verstoßen.

    “Freie Arztwahl im Arbeitsverhältnis
    Das Recht auf freie Arztwahl ist ein zentrales Recht des Patienten. Deshalb kann auch der Arbeitgeber das Recht auf freie Arztwahl nicht einschränken. Der Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmern also keinen bestimmten Arzt vorschreiben. Nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt sind derartige Regelungen im Arbeitsvertrag unwirksam. Deshalb können Arbeitnehmer frei entscheiden, zu welchem Arzt sie im Krankheitsfall gehen. Der Arbeitgeber muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dieses Arztes akzeptieren und kann bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit nur den medizinischen Dienst der Krankenkassen einschalten.
    Aber Achtung: Wenn sich Arbeitnehmer für einen anderen Arzt entscheiden, muss der Arbeitgeber die Kosten für die Untersuchung nicht mehr übernehmen. Bei bestimmten Vorsorgeuntersuchungen und speziellen Eignungsuntersuchungen muss der Arbeitgeber das Ergebnis eines anderen Arztes nicht anerkennen und kann verlangen, dass die Untersuchung vom Betriebsarzt durchgeführt wird. So müssen z. B. Arbeitnehmer, die auf einer Werft arbeiten wollen, die Sehtauglichkeitseignung vom Betriebsarzt feststellen lassen. Auch Beamte sind nach dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz grundsätzlich verpflichtet, arbeitsmedizinische Untersuchungen beim Betriebsarzt durchführen zu lassen.”

    https://www.anwalt.de/rechtstipps/die-freie-arztwahl-ein-patientenrecht-mit-vielen-ausnahmen_087607.html

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