Kognitiv am Limit: Politiker fordern Unterricht im Freien

Von | April 20, 2021

Politiker, das wissen Sie, sind heutzutage nicht die allerstärksten Denker. Vorbei sind die Zeiten als sich ein Helmut Schmidt, ein Franz-Josef Strauß oder ein Herbert Wehner im Bundestag (und außerhalb) den einen oder anderen durchaus intelligenten und rhetorisch anspruchsvollen verbalen Schlagabtausch geliefert haben.

Heute kommt in vielen Fällen aus der Riege der vermeintlichen “Elite” in aller Regel nur noch geistiger Dünnpfiff, der höchstens vom Unterhaltungswert her herausragend ist. Und, nein, wir werden nun nicht ein ein Potpourri der besten Statements der neuen Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena “Das Netz ist der Speicher für Kobold, und das ist alles durchgerechnet” Baerbock bringen. Tatsache ist, dass das, was uns da vorturnt, oftmals bereits beim Erbringen einfachster Denkleistungen krass scheitern muss. So auch diese Protagonisten, die wir nun besprechen wollen:

(Quelle n-tv.de)

Angesichts drohender Schulschließungen durch das geänderte Infektionsschutzgesetz haben Politiker mehrerer Fraktionen Unterricht unter freiem Himmel gefordert. “Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden”, sagte der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, der “Bild”-Zeitung. (ebd.)

Jetzt fragt man sich natürlich, wie jemand, der laut seiner Biographie in der Tat mal eine Zeitlang als Lehrer gearbeitet hat, einen derartigen Schwachsinn über den Sender lassen kann. Aber wir konstatieren zumindest, dass es sicher kein Schaden ist, zumindest für potenzielle Schüler, wenn er heute in der Politik dillettiert anstatt vor der Klasse.

Wie soll das mit dem Unterricht im Freien funktionieren? Werden jetzt die Klassenzimmer ausgeräumt und das Mobiliar großflächig auf dem Schulhof, den angrenzenden Freiflächen wie Bürgersteige, Parks oder Wohnanlagen aufgestellt oder gar im Wald verteilt? Was macht man mit Tafeln, Overheadprojektoren oder anderen Medien? Was passiert wenn es, so wie jetzt, trotz Frühjahr draußen saukalt ist? Und wenn es gar regnet? Und was passiert im Winter?

Richtig großartig ist auch Einlassung einer SPD-Frau, wobei wir wissen, dass aus dieser Partei ebenfalls hervorragende Denker entstammen die uns in einem Akt beispielloser Kreativität gepaart mit herausragendem Intellekt neue Wortschöpfungen präsentieren (“Covidioten”), auf die sonst niemand zu kommen vermag.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Zeitung: “Durch die Wissenschaft ist belegt, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer sind als in geschlossenen Räumen. Daher klingt die Möglichkeit, Schulunterricht im Freien möglich zu machen, erstmal gut und wird von manchen Schulen bei gutem Wetter auch spontan genutzt.”

Ja, Frau Bas, ist gut so! Gegen Sportunterricht im Freien ist nichts einzuwenden. Aber bauen Sie mal eine elektronische Schaltung inklusive Messmitteln im Stadtpark auf! OK, das ist sowieso zu kompliziert, es reicht ja, wenn Schüler heute ihren Namen tanzen können und dazu ist der Park hervorragend geeignet. Sie von der SPD sind ja bildungsmäßig die Vorreiter und Experten im Nivellieren das Bildungsniveaus. Allerdings mit der Grundausrichtung nach unten. Da psst Ihr Statement dann sehr gut rein.

Auf die einfachste Lösungen kommen diese beiden Chefdenker indes nicht: Den ganzen Covid-Unsinn einmal mit exakter Wissenschaftlichkeit zu durchleuchten, sich z. B. die realen Krankheitszahlen ansehen oder die Sterblichkeit (derzeit 11% niedriger als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt!) zu betrachten und dann den ganzen Corona-Blödsinn einfach abzuschalten.

Fazit: Man wundert sich heute über gar nichts mehr. Wenn die “geistige Elite” dieses Landes Verlautbarungen von sich gibt, kann man sicher sein, dass Unsinn kommt.

Denken wir kausal: In der Politik findet offenbar seit längerer Zeit eine rigorose Negativauslese statt. Wer heute den Weg in den Bundestag oder ein Landesparlament findet, muss seinen Grund dafür haben. Einer dürfte sein, dass viele dieser Leute alleine durch ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im normalen Leben außerhalb der Politik keine entsprechenden Positionen erreichen könnten, die ihnen einen Lebensstandard ermöglichen, wie man ihn durch ein Leben als Berufspolitiker erreichen kann. Die Zeiten intellektuell zumindest durchschnittlicher Fähigkeiten bei Politikern scheint vorbei zu sein. Dafür tritt an die Stelle des klaren Verstandes ein großes Mundwerk.

Allerdings erschreckt schon, mit was für törichten Aussagen man sich heute in die Öffentlichkeit traut. Früher (TM) wären diese Leute noch einfach ausgelacht worden. Heute drucken die Medien diesen Blödsinn einfach munter ab und geben diesem armseligen geistigen Tiefflug dann noch mehr Raum, als er verdient. Aber im Grunde verdient dieser Unsinn gar keinen Raum. Es ist schiere Zeitverschwendung, sich damit zu befassen Und deshalb endet der Artikel hier.

4 Gedanken zu „Kognitiv am Limit: Politiker fordern Unterricht im Freien

  1. Chris

    Lieber Peter Baier,
    natürlich sind die Äußerungen bzgl. “Unterricht im Freien” indiskutabel. Was ich schade finde ist der, für mein Empfinden sehr polemische Stil deines Artikels. Da ich die Vertrauenswürdigkeit von Medien seit der “Coronakrise” sehr in Frage stelle, halte ich Sachlichkeit und Respekt in der kontroversen Auseinandersetzung für wesentliche “Gütekriterien” einer (öffentlichen) Diskussion. Polemik dagegen macht mich misstrauisch. Schade… Trotzdem zolle ich meinen Respekt für dein Engagement.
    Chris, Förderschullehrer aus Hessen

    Antworten
    1. ...

      Hallo Chris,
      ich finde gerade die „Polemik“ klasse. Sie fordert Widerspruch heraus, enthält Humor, man hat Lust nachzudenken. Und es ist auch eine Art diesem Wahnsinn zu begegnen.
      Sachliche Texte gibt es schon genug, man ist satt davon. Wir alle wissen schon genug und doch fehlt der entscheidende Antrieb zum Handeln.
      Peter handelt, während wir lesen.

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      1. admin Beitragsautor

        Danke! 🙂

        Zitat: ” Da ich die Vertrauenswürdigkeit von Medien seit der “Coronakrise” sehr in Frage stelle, ”

        Zuerst einmal muss man sagen, dass ein polemischer Text nicht notwendigerweise ein inhaltlich falscher Text ist. Würde der Umkehrschluss gelten, was er nicht notwendigerweise tun muss, Würden die Mainstreammedien die strikte Wahrheit verbreiten. 😉 Dass sie lügen wie gedruckt, wissen wir indes.

        Zweitens muss man als Mensch, der grundsätzlich sehr rational gestrickt ist, einen Weg finden, mit dem hier in diesem Land veranstalteten Irrsinn umzugehen. Eine “Pandemie”, die keine ist (wo sind die Opfer, die wirklich dem Virus erlegen sind?) und die auf regelmäßig sich ändernden “Berechnungsgrundlagen” basiert, die nebenbei bemerkt math. vollkommener Schrott sind wie z. B. die sog. “Inzidenz”, lassen einen Rationalisten wie mich verzweifelt zurück.

        Hinzu kommt das unsägliche dumme Geschwätz dieser Politikerkaste, bei dem man sich in der Tat fragt, wie es eigentlich um die geistige Verfassung dieser enthirnt aber dafür umso lautstärker plappernden Menschen bestellt sein muss. Dieser geballte verbale und gedruckte Schwachsinn ist für jemanden, der seinen eigenen Verstand benutzt und viel auf Vernunft und Wissenschaftlichkeit gibt, schlechterdings unerträglich. Diese Leute und deren dämliches Geschwätz bereiten mir seelische und mittlerweile auch körperliche Schmerzen.

        Und das Ganze wird nicht besser. Jetzt wird eine Dame zur Kanzlerin hochgejazzt, der es an den elementaren kognitiven Fähigkeiten für dieses Amt fehlt. Inkompetenz in Reinform. Dafür stimmt die “Haltung”, man darf sich daher auf einiges gefasst machen. Wenn die Dame das wirklich schafft, ins Kanzleramt einziehen, dann kommt eine neue Art von Welle auf dieses Land zu: Nämlich eine richtige Auswanderungswelle.

        Angesichts dieser trüben Aussichten ist Polemik ein probater Weg, nicht in die totale Depression abzugleiten. Wenn man sich sonst nicht gegen die tägliche Idiotie wehren kann, dann eben so.

        Peter B a i e r

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