Maskensucht

Von | November 30, 2020

Mainz, 29.11.2020 von M. Garcia

Wenn wir überall vollkommen nackt herumlaufen würden, wäre das für die allermeisten von uns ein sehr unangenehmes Gefühl und mit einer massiven Unsicherheit verbunden. Nicht nur wegen der polizeilichen Geldbuße, die uns auferlegt werden könnte, wegen eines Verstoßes gegen die Sittlichkeit, sind wir deswegen bereit, fast immer und überall bekleidet herumzulaufen, auch im heißesten Sommer. Doch wie sieht es mit der Maske aus?

Im Sommer sagte mir eine Nachbarin, sie wisse, wie ich zum Thema Mund-Nasenschutz stehe, sie selbst sei nicht meiner Meinung. Ich klärte sie daraufhin darüber auf, dass die Bezeichnung Mund-Nasenschutz nicht zulässig sei, denn die sog. Community-Masken böten keinen Schutz, sie dürften lt. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auch nicht mit einer Schutzfunktion ausgelobt werden. Ihre Antwort darauf lautete: „Das mag sein, aber ich fühle mich mit einer Maske einfach sicherer.“ Wir befanden uns in diesem Moment an der frischen Luft, auf mind. 1,5 m Abstand, es war warm und keine von uns trug eine Maske.

Ihre Aussage „Aber ich fühle mich mit einer Maske einfach sicherer“, hat mir seitdem immer wieder zu denken gegeben, suggeriert sie doch, dass ein Leben ohne Maske als bedrohlich empfunden wird und dadurch der Wunsch, stets eine Maske tragen zu wollen, immer stärker werden könnte. Das fand ich schon im Sommer nicht nur eine sehr traurige Perspektive für diese Frau, sondern auch eine krankhafte Einstellung, die therapiebedürftig werden könnte, wenn sich dieses Gefühl in einem Menschen festsetzt. Durch das wohlige Gefühl, das sich in der kalten Jahreszeit durch das Tragen von Masken im Gesicht ergeben könnte, besteht meiner Ansicht nach die Gefahr, dass dieses Problem verschärft wird.

Doch wie komme ich darauf? Vor einigen Jahren habe ich mich, als Mutter eines sehr unruhigen Kindes, mit dem Thema Sandwesten, auch Gravity- oder Druckwesten genannt, beschäftigt. Hierbei handelt es sich um Westen, die mit  Quarzsand beschwert je nach Größe ein Gewicht von 1,5 bis 6 kg aufweisen. Durch das Tragen soll die Wahrnehmung für den eigenen Körper verbessert werden. 1 In einzelnen Hamburger Schulen werden diese Westen eingesetzt, weil sie einen beruhigenden Effekt auf Kinder haben sollen, da das Tragen einer Weste das Gefühl des „beruhigende Hände auferlegt bekommen“ ähnlich sein soll. Der Einsatz der Westen ist aus verschiedenen Gründen umstritten. Unumstritten ist jedoch, dass die Tragzeit der Westen unbedingt begrenzt werden muss, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Die Fa. Beluga, die solche Westen anbietet, führt aus:

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3 Gedanken zu „Maskensucht

  1. Christian

    Ist wohl so, dass es nun ziemlich mutig wäre ohne eine solche Bedeckung herumzugehen.

    So schön muffelig-warm,
    so safe-mäßig,
    so ich-hier-drin-und-das Killervirus-da-draußen-mäßig,
    so dazugehörigkeitsmäßig,
    so progressiv,
    so gut,
    so viel besser als die “Leugner”,
    so gesundheitsbewusst,
    so gehorsam,
    so den-Anderen-schützend,
    so aufopfernd,
    so … ich kann nich mehr und breche diese unvollständige Aufzählung ab.

    Ich bin hier alleine in der Wohnung, ob ich mal kurz die Maske absetze ?, nur mal so, ne, ne nene, nachher vlt. zum Zähneputzen und beim Wechseln zur Schlafmaske.

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  2. Pingback: Maskensucht – Lehrer für Aufklärung – Kon/Spira[l]

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