“Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!” – Wenn Du einen hast!

Von | Oktober 13, 2020

Von Peter Baier

Was beim Thema “Corona” leider regelmäßig zu kurz kommt, ist der Blick über den sprichwörtlichen “Tellerrand”. Wir reden immer nur über “Infektionszahlen”, “PCR-Tests”, “Maskenpflicht” etc. und verlieren ein Problem aus den Augen, welches das hysterische Agieren um das Thema “Corona” herum erst ermöglicht: Der offenkundige Totalverlust der Rationalität. Oder anders gesagt: Die sukzessive Teilverblödung dieser Gesellschaft und damit die Unfähigkeit signifikanter Teile der Mitmenschen, rational-analytisch ein eher einfaches Problem anzugehen.

Politiker als intellektuelle Vorbilder?

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Politiker den Menschen, die sie regieren, des Tragen von gesichtsentstellenden Masken (von mir gerne auch als “Gesichtswindel” bezeichnet) verordnen, obwohl es für die Wirksamkeit von Topflappen, Schals oder sogar Einwegmasken (welche OP-Maske ähnlich sehen, die aber nicht zertifiziert sind) zur Virenabwehr keinerlei wissenschaftlichen Beleg gibt? Und warum man diese Stofffetzen nun auch unter freiem Himmel tragen soll und warum die “Infektionszahlen” ständig weiter steigen, obwohl doch fast alle einen Lappen vor dem Gesicht haben?

Zu fragen wäre auch, warum Kinder in der Schule “Abstand” halten sollen, im voll gestopften Schulbus dies aber nicht möglich ist und derlei dann aber stillschweigend akzeptiert wird?  Oder warum ein Virus hochinfektiös sein soll, wenn es sich angeblich auf einer “Querdenken”-Demo verbreitet, aber im Gegenzug total ungefährlich, wenn “Black Lives Matter!” auf den Plakaten der Teilnehmer steht? Für einen rational denkenden Menschen ist dieser konzentrierte Blödsinn kaum zu verarbeiten. Derlei verursacht mir mittlerweile körperliche Schmerzen.

Jüngster Ausfluss dieses Irrsinns sind die “neuen Coronaregeln” wie z. B. eine Sperrstunde in Berlin. Ohne wissenschaftliche Daten, alleine aufgrund von Spekulation und Vermutung, werden Regeln implementiert, welche das angeblich hochgefährliche Virus SARS-CoV-2 eindämmen sollen. “Maskenpflicht” auf der Straße, Verbot des Alkoholausschanks- und Konsum, Begrenzung der Teilnehmerzahl privater Feiern (wie weit will der Staat eigentlich noch in unser Privatleben hinein regieren?) und die erwähnte Sperrstundenregelung. Wenn nachts die Straßen sowieso leer sind, ergibt eine Sperrstunde zur Infektionsabwehr ultimativ Sinn. Meinen jedenfalls Politiker. Dem denkenden Menschen bleibt nur das immerwährende Kopfschütteln ob dieses grotesken und kaum mehr zu steigernden Unsinns.

Noch bizarrer wird es, wenn man seitens der Politik Zahlen ins Spiel bringt: Liegt die Infektionsrate über 50/100.000 pro Woche dürfen sich nur noch Mitglieder aus 2 Familien treffen, darunter sind es derer 5. Oder so ähnlich.Der Quatsch ändert sich ja auch täglich. Morgen ist es dann wieder anders herum. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Und warum die “magische Grenze” bei 50 liegt und nicht bei 40 oder 60 kann auch keiner erklären. Wissenschaftliche Grundlagen gibt es, wie immer, nicht.

Auch der ureigenste Lebensbereich der Menschen wird nicht ausgespart: Auf privaten Feiern gibt es keine Personenbeschränkung (Bayern) aber es muss ein “Mindestabstand” von 1,5 m eingehalten werden. Apropos “Bayern”: Der bayerische Obermaskenfan Söder lässt heute in einem eigenwilligen Deutsch verlauten “Mehr Maske bedeutet auch mehr Freiheit.” – Dümmer kann man eigentlich nicht mehr daherreden. Es reicht nicht einmal mehr zur Formulierung korrekter Sätze. Aber da ist Söder nicht alleine. Ein “netter” Kollege legte mir (natürlich anonym) einen Ansteckbutton der Landesregierung Rheinland-Pfalz auf den Platz auf dem stand “Wir gegen rechts”. Auch  hier war der Schöpfer dieses Buttons wohl damit überfordert, einen vollständigen Satz zu bilden.

Ich denke, die Aufzählung reicht erst einmal, um klar zu machen, mit welcher “Regelungskompetenz” uns Politiker regieren. Politiker, die man allgemein wahrscheinlich nicht zur intellektuellen Champions-League dieses Landes zählen würde.

Wenn die Ratio das Handeln nicht mehr steuert

Diese oben angeführte Liste der behördlicherseits verordneten Fragwürdigkeiten ließe sich beliebig fortsetzen. 16 Bundesländer, 16 individuelle Ausgestaltungen des schieren Regelungswahnsinns.

Das zugrunde liegende Problem: Politik basiert nicht, wie es sein sollte, auf Rationalität und Vernunft sondern der Antrieb sind Aktionismus, Hysterie und Machtbesessenheit. Wobei die politische Artikulation dann zum reinen Gekreische degeneriert. Ein Gekreische, das nur noch Verbote, Einschränkungen und Strafen kennt. Das Mittel ist die Angstmacherei.

Zusätzlich wird dann ein nachgerade widerlicher moralischer Impetus an den Tag gelegt, frei nach Devise: “Bist Du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.”. Denn wer beim “Ich schütze Dich, Du schützt mich!“-Spiel nicht mitmachen will, wird zur Persona non grata und muss entsprechend gemaßregelt werden. “Covidiot” ist noch eine nette Bezeichnung. Gelegentlich wird der “Maskenverweigerer” einfach nur verprügelt. Verdient hat er es ja, dieser Asoziale. So die Lesart der selbsternannten “Gutmenschen”, die sich so für die Gesundheit aller einsetzen. Nur ben nicht für jenen, den sie gerade in der S-Bahn mit Schlägen traktieren.

Darüber hinaus scheint es so zu sein, dass die Regelmacher, die von ihnen Regierten für hochgradige Kretins zuhalten scheinen. Die Hinweisschilder, die aufgrund behördlicher Zwänge z. B. vor Geschäften, Restaurants etc. ausgehängt werden müssen, enthalten im Schnitt 6 bis 10 verschiedene Piktogramme. Für den Teil der Bevölkerung vermutlich, der bereits beim Lesen einfacher Texte an die kognitive Kapazitätsgrenze kommt, sind die Bilder wohl gedacht

Auf diesen Schildern stehen dann die ganzen “Coronaregeln” akribisch aufgelistet: Neben “Mundschutzpflicht” , über die obligate Händedesinfektion (welchen Sinn die ergeben soll bleibt fraglich, Schmierinfektionen mit SARS-CoV-2 wurden noch nicht nachgewiesen!) , “Mindestabstand” etc., finden sich auch genaue Angabe zur Laufsteuerung und der Hinweis, die Datenerfassungszettel doch unbedingt korrekt auszufüllen. Datenerfassungszettel, die übrigens im Saarland unlängst als verfassungswidrig erklärt wurden. Was aber die Politiker nicht stört. In anderen Bundesländern muss man aber weiterhin seine persönlichsten Angaben selbst beim Dönerladen hinterlassen.

Und, wichtigste Regel im Restaurant überhaupt: Im Klo darf sich immer nur einer pro Zeiteinheit aufhalten. Da kann man nur hoffen, dass kein Gast von einer plötzlichen Diarrhoe (vulgo “Dünnschiss”) heimgesucht wird, während ein anderer gerade die Blase entleert und aufgrund fortgeschrittenen Alters dafür etwas länger braucht als der Mit-Zwanziger. Dann kann das kann eng werden!

Gängelei als Politikprinzip

So wird der neuerdings unmündige Bürger ständig gegängelt, an die Hand genommen und man erklärt ihm, was er zu tun und zu lassen hat. Und da der Staat und seine Überwachungsorgane nicht überall sein können, finden sich bereitwillig Zeitgenossen, die in die Bresche springen. Die “Corona-Stasi”, also der “wachsame Mitbürger”, brüllt dann schon mal “Maske über die Nase!!!” und weist den “feindlich-negativen” (“DDR”-Sprech für einen Abweichler) Zeitgenossen zurecht, wenn dieser den Stofffetzen einige Millimeter zu tief trägt. Auf welche geistigen Abwegen diese Leute wandeln, merken sie nicht und wohin ihr Verhalten führt (nämlich in den totalen Überwachungs- und Kontrollstaat) reflektieren sie ebenfalls nicht. Dafür reicht es geistig dann halt leider nicht.

Welche bizarren Auswüchse diese durch Wissenschaft kaum begründbare Regelungswut mittlerweile annimmt, soll ein Beispiel aufzeigen. Ein Beispiel, das passend zu dieser Webseite mit dem Thema “Corona und Schule” zu tun hat: Das Land Rheinland-Pfalz hat seinen Lehrern eine Art “Handreichung” zum Thema “Lüften und Raumlufthygiene in Schulen in Rheinland-Pfalz” übermittelt. Als ich das Papier aus meinem E-Mail-Postfach gezogen habe, war ich erst einmal sprachlos. Dort wird auf immerhin 8 DIN-A4-Seiten minutiös dargelegt, wie im kommenden “Corona”-Winter die Klassenräume zu belüften sind. Und zwar en détail!

Es wird u. a. erläutert, worin der Unterschied zwischen “Stoßlüftung” und “Querlüftung” besteht (das war mir nicht bekannt, insofern habe ich wieder mal etwas gelernt), dann wird erklärt, dass man den CO2-Pegel als Indikator für die Raumluftqualität benutzen könne und dass 1000ppm CO2 hier der Maximalwert seien. Weiterhin sei es aber so, dass ein niedriger CO2-Pegel nun aber auch keine Gewähr für einen Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 sei und dass es auch nicht erforderlich sei, den CO2-Pegel mittels Messgeräten zu ermitteln, etc. etc.

Ab diesem Punkt waren die Lektüre dieses Papiers und meine wissenschaftlich ausgerichtete grundlegende Lebenseinstellung nicht mehr kompatibel. Aus Rücksicht auf meinen Blutdruck habe ich die Lektüre dann abgebrochen. Soviel sei gesagt: Wer den mit der Zeit funktional verlaufenden Anstieg der CO2-Konzentration im geschlossenen  Raum mit einer Viruslast synchronisieren will, hat keine Ahnung von u. a. Thermodynamik (Viren verbreiten sich in der Luft anders als Gase, hätten Sie in der Schule aufgepasst, wüssten Sie das!) oder davon, wie viele infektiöse Personen überhaupt anwesend sind und welche Viruslast sie pro Zeiteinheit emittieren etc. etc. Wer nicht einmal die vorhandenen Parameter und ihre Qualität kennt, kann auch keinen vernünftigen Algorithmus implementieren. Aber auf Vernunft kommt es ja auch nicht an.

Summa summarum sei gesagt, dass ich doch einigermaßen verblüfft war, dass man aus dem einfachen Vorgang des Lüftens ein mehrseitiges Thesenpapier  machen kann. Früher hätte man gesagt: “Lüften Sie mal ordentlich, dann wird das schon!“. Oder hätte gar nichts gesagt, denn die Lehrer wären vermutlich von alleine darauf gekommen.

“Pseudowissenschaft” schreibe ich übrigens deshalb, weil es für all dies natürlich keine wissenschaftlichen Belege gibt, außer dem Indiz dass SARS-CoV-2 möglicherweise in schlecht gelüfteten Räumen eher verbreitet wird als an der frischen Luft. Was natürlich die Anwesenheit wirklich infektiöser Personen voraussetzt, nicht nur “Infizierter” oder symptomloser Menschen. Warum man dann auf dem Schulhof eine Gesichtswindel tragen muss, ist dann aber auch nicht erklärt. Man kläre mich auf!

Nächste Frage: Für wie unmündig muss man eigentlich Menschen halten, denen man solche Handreichungen übermittelt? In etwa für gleich unmündig wie man ihnen zumutet, auf einer Freifläche in einer Innenstadt eine Gesichtsamaske zu tragen obwohl her kein signifikantes Infektionsrisiko besteht? Kommen diese Leute in den Ministerien eigentlich nicht darauf, dass Menschen eine vernünftige Strategie alleine entwickeln könnten? Und dies einfach nur, indem sie kurz nachdenken? Und dass insbesondere Lehrer, um das “Lüftungspapier” wieder in den Fokus zu rücken, also immerhin eine Bevölkerungsgruppe, die in aller Regel über ein akademisches Studium verfügt, alleine wissen könnten, wie man einen Raum richtig lüftet?

Das Ende von “Mut” und “Verstand”

Zu dem Spiel “Totalverlust des rationalen Denkens” gehören zwei: Jene die meinen, sie würden denken (und daher entscheiden dürfen) und jene, die denken lassen. Beide sind auf das Innigste miteinander verzahnt, sie bedingen sich gegenseitig. Der vermeintliche “Denker” wäre nichts ohne den Abnehmer der nur noch als “betreut” zu bezeichnenden intellektuellen Minderleistung. Wem die Fähigkeit zur kritischen und analytischen Verstandesleistung abhanden gekommen ist, ist froh, wenn ihm jemand diese lästige Aufgabe abnimmt. Und darin sehen unsere Politiker und ihre nachgeordneten Apparate einen Daseinszweck. Sie geben Regelungen, Verordnungen und Papiere heraus, die bei nüchterner Betrachtung nur eines sind: Bei entspannter Grundhaltung einfach nur zum Lachen oder Kopfschütteln anregend und bei kritischer Betrachtung (wie in meinem Fall) Kopfschmerzen auslösend.

Wir entfernen uns mit einer sehr hohen Geschwindigkeit vom Zeitalter der Aufklärung und stolpern zurück in die Religiosität. Der Umgang mit einer an sich harmlosen Infektion wird zur Glaubenssache und bekommt dogmatische Züge.So entzieht sich die Causa “Corona” beständig der kritischen Reflexion durch weite Teile der Bevölkerung, weil jene, die reflektieren sollten, das einfach nicht mehr adäquat  hinbekommen .

Habe den Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!” (Immanuel Kant) kann aus zwei Gründen scheitern: Entweder weil man mutlos ist, oder weil es vom Verstand her nicht reicht. Beides ist fatal, wie wir gerade sehen. Und wenn man dann noch Menschen, die kritisch denken und dies auch äußern als “Covidioten”, “Verschwörungstheoretiker” und “Rechte” diffamiert (also jene überaus schrägen Typen, die sich mumaßlich  Webseiten wie “Alpenparlament” o. ä. in regelmäßigen Abständen zu Gemüte führen), ist der intellektuelle Offenbarungseid vollständig geleistet. Dass solcherart “argumentierende” Zeitgenossen ihrer eigenen schrittweisen Entmündigung das Wort reden, wird man vergebens versuchen, ihnen zu erklären. Die kapieren das nicht.

Die Great Barrington Erklärung

Von | Oktober 11, 2020

Die Great Barrington Erklärung

Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens haben wir ernste Bedenken hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden COVID-19-Maßnahmen auf die physische und psychische Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir gezielten Schutz (Focused Protection) nennen.

Wir kommen politisch sowohl von links als auch von rechts und aus der ganzen Welt und haben unsere berufliche Laufbahn dem Schutz der Menschen gewidmet. Die derzeitige Lockdown-Politik hat kurz- und langfristig verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Zu den Ergebnissen, um nur einige zu nennen, gehören niedrigere Impfraten bei Kindern, schlechtere Verläufe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weniger Krebsvorsorgeuntersuchungen und eine Verschlechterung der psychischen Verfassung – was in den kommenden Jahren zu einer erhöhten Übersterblichkeit führen wird. Die Arbeiterklasse und die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft werden dabei am schlimmsten betroffen sein. Schüler von der Schule fernzuhalten, ist eine schwerwiegende Ungerechtigkeit.

Die Beibehaltung dieser Maßnahmen bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird irreparablen Schaden verursachen, wobei die Unterprivilegierten unverhältnismäßig stark betroffen sind.

Glücklicherweise wachsen unsere Erkenntnisse über das Virus. Wir wissen, dass die Gefahr durch COVID-19 zu sterben bei alten und gebrechlichen Menschen mehr als tausendmal höher ist als bei jungen Menschen. Tatsächlich ist COVID-19 für Kinder weniger gefährlich als viele andere Leiden, einschließlich der Influenza.

In dem Maße, wie sich die Immunität in der Bevölkerung aufbaut, sinkt das Infektionsrisiko für alle – auch für die gefährdeten Personengruppen. Wir wissen, dass alle Populationen schließlich eine Herdenimmunität erreichen – d.h. den Punkt, an dem die Rate der Neuinfektionen stabil ist. Dies kann durch einen Impfstoff unterstützt werden, ist aber nicht davon abhängig. Unser Ziel sollte daher sein, die Mortalität und den sozialen Schaden zu minimieren, bis wir eine Herdenimmunität erreichen.

Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden. Wir nennen dies gezielten Schutz (Focused Protection).

Die Verabschiedung von Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Personengruppen sollte das zentrale Ziel der Reaktionen des öffentlichen Gesundheitswesens auf COVID-19 sein. Zum Beispiel sollten Pflegeheime Personal mit erworbener Immunität einsetzen und häufige PCR-Tests bei anderen Mitarbeitern und allen Besuchern durchführen. Der Personalwechsel sollte minimiert werden. Menschen im Ruhestand, die zu Hause wohnen, sollten sich Lebensmittel und andere wichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie Familienmitglieder eher draußen als drinnen treffen. Eine umfassende und detaillierte Reihe an Maßnahmen, darunter auch Maßnahmen für Mehrgenerationenhaushalte, kann umgesetzt werden und liegt im Rahmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Diejenigen, die nicht schutzbedürftig sind, sollten sofort wieder ein normales Leben führen dürfen. Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und der Aufenthalt zu Hause im Krankheitsfall sollten von allen praktiziert werden, um den Schwellenwert für die Herdenimmunität zu senken. Schulen und Universitäten sollten für den Präsenzunterricht geöffnet sein. Außerschulische Aktivitäten, wie z. B. Sport, sollten wieder aufgenommen werden. Junge Erwachsene mit geringem Risiko sollten normal und nicht von zu Hause aus arbeiten. Restaurants und andere Geschäfte sollten öffnen können. Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten sollten wieder aufgenommen werden. Menschen, die stärker gefährdet sind, können teilnehmen, wenn sie dies wünschen, während die Gesellschaft als Ganzes den Schutz genießt, der den Schwachen durch diejenigen gewährt wird, die Herdenimmunität aufgebaut haben.

Dr. Martin Kulldorff, professor of medicine at Harvard University, a biostatistician, and epidemiologist with expertise in detecting and monitoring of infectious disease outbreaks and vaccine safety evaluations.

Dr. Sunetra Gupta, professor at Oxford University, an epidemiologist with expertise in immunology, vaccine development, and mathematical modeling of infectious diseases.

Dr. Jay Bhattacharya, professor at Stanford University Medical School, a physician, epidemiologist, health economist, and public health policy expert focusing on infectious diseases and vulnerable populations.

 

Einmal das Falsche gesagt – Michael Wendlers schnelles Karriereende

Von | Oktober 11, 2020

Von K. E.

Der Name Michael Wender sagte mir bis vor einigen Tagen eigentlich fast überhaupt nichts. “Michael Wer???” plus Achselzucken wäre die Reaktion auf den Namen gewesen.

Heute morgen beim Bäcker flog mein Blick aber über die BLÖD-Zeitung. Und da stand es dann auf Seite 1 in großen Lettern: Der Schlagersänger war bei “Deutschland sucht den Superstar” ausgestiegen. Wendler gab als Grund an, dass er die Corona-Berichterstattung des Sender RTL nicht mittragen kann und er warf der Bundeskanzlerin Angela Merkel im gleichen Atemzug auch noch “schwere Verstöße” gegen die Verfassung vor.

Die paar Sätze haben gereicht um den Mann komplett zu erledigen. Zum Abschuss freigegeben warf die Presse den Fleischwolf an um den Sänger genüsslich zu verhackstücken. Das bringt Quoten, hohe Auflagen und satt Cash in die Kasse.

Die BLÖD legte dann wie immer wenn ein Thema “heiß” ist, sofort nach. Das pseudo-journalistische Schmierentheater ist auf BILD-online abrufbar: “So zerstört sich Wendler selbst.” und “Der Wendler-Wahnsinn“. Das volle Programm lief ab, man kennt das von dieser Zeitung.

Von seinem Manager durfte sich Wendler dann auch noch anhören, er sei ja wohl “krank”. Die Diagnosen “irre” wird heute ganz schnell gestellt, wenn jemand etwas sagt, das andere nicht hören wollen.

Viel schlimmer ist aber, was sich hinter dem Skandälchen um Michael Wendler verbirgt. Wenn man hinter die Kulissen schaut, tun sich schauerliche Abgründe auf. Es wird die “neue Normalität” im Jahr 2020 demonstriert, die zumindest ich überhaupt nicht haben will. Auf gar keinen Fall!

Jene, welche die völlig abgedrehte Politik in Sachen “Corona” ablehnen und das auch deutlich sagen, werden so schnell zum Abschuss freigegeben, so schnell kann man  gar nicht gucken. Die Jagdsaison ist eröffnet, Feuer frei aus allen Rohren! Deutschland ist doch so “tolerant”! Ja, man sieht es genau…

Der Gejagte ist jetzt wie gesagt “krank” oder “wahnsinnig” oder einfach nur total daneben. Auf jeden Fall ist die für vogelfrei erklärte Unperson kein Mitglied dieser Gesellschaft mehr. Im Mittealalter nannte sich dies”Acht und Bann”. Der Bösewicht wurde entrechtet und jeder, der dies konnte, durfte ihn töten. Wir gehen wohl zurück in dunkle Zeiten. Apropos “töten”: Ganz so schlimm ist es heute gottseidank nicht mehr. Für Wendler wird seine Meinung “nur” das abrupte Karriereende bedeuten. Der tödliche Schwerthieb bleibt aus.

Sei es, wie es sei: auch so werden ihm seine Sätze gnadenlos vor die Füße fallen: Die Werbepartner sind abgesprungen, die Verträge sind futsch. Sein Sponsor Kaufland hat sich zum Beispiel sofort von Wendler distanziert und die gerade erst gestartete Werbekampagne zurückgezogen. Es wird auch keine Auftritte für den Mann mehr geben. Kein Sender, egal ob TV oder Radio, wird sich mit dem “Corona-Leugner” einlassen wollen. Das war es gewesen. Deutschland 2020. Ein falsches Wort und man ist erledigt. Demnächst wird “der Wendler” wohl Hartz-IV beziehen müssen.

Wollen wir in solch einem Land leben wo ein oder zwei ungewollte Sätze das Ende eines Lebensweges bedeuten können und als nächster Abschnitt der totale Absturz folgt? Jene, die jetzt über Wendler lachen und sagen “Hätte er doch einfach das Maul gehalten!” sollten nun einfach mal kurz daran denken, dass sie auch mal irgendwann das “falsche” Wort wählen könnten. So ganz aus Versehen. Wollt Ihr die gleichen Folgen spüren wie der Schlagersänger Wendler? Wollt Ihr das?

SARS-CoV-2/Covid-19 -Aktuelle epidemiologische Lage 10.10.2020

Von | Oktober 10, 2020

Von Peter Baier

Der “Corona”-Hoax läuft auf Hochtouren weiter. Die “Fallzahlen” steigen rapide an. Woher kommt diese Entwicklung?

Eine mögliche Antwort ist: Seit der KW 34 werden laut RKI jede Woche n>1.000.000 Personen auf SARS-CoV-2 in Deutschland getestet. Daraus ergibt sich eine vorhersagbare Entwicklung. Stellt man nämlich die Anzahl der durchgeführten PCR-Tests der Anzahl der positiven Testergebnisse gegenüber, ergibt sich ein über weite Strecken paralleler Verlauf der beiden Kurven:

Dies stützt die von Skeptikern bereits häufig vorgetragene Vermutung, dass aufgrund der Spezifität von ca. 98-99% des verwendeten PCR-Tests ca. 1 bis 2% der Testergebnisse falsch positiv sind. Bei einer Million Tests pro Woche wären das 10.000 bis 20.000 Personen, bei denen keine wirkliche Infektion vorliegt, die aber trotzdem in der exorbitant steigenden Zahl der “Neuinfektionen” auftauchen. Testet man eine weitgehend uninfizierte Bevölkerung erhält man als Ergebnis das Grundrauschen der falsch-positiven PCR-Tests.

Nun wird zumindest in Grundzügen einsichtig, warum man pro Woche einen signifikanten Teil der Bevölkerung durchtestet. Die Steigerung der “Fallzahlen” lässt sich so nahezu mit einem beliebigen Gradienten erhöhen worauf man wiederum politisch die Einschränkungen von Freiheitsrechten “rechtfertigen” kann.

Prediktisch ist hier aber noch nicht das Ende der Möglichkeiten erreicht. Laut RKI beträgt die wöchentliche theoretische Testkapazität derzeit ca. 1.5 Mio. Tests ([1] RKI Bericht vom 7.102020 S. 12) Geht man von einer Spezifität von im Mittel 98,5% aus, so wären bei dieser Testkapazität pro Woche 22.500 “neue” Fälle einer Covid-19-Erkrankung denkbar.

Untersucht man die Schwere der angeblichen Infektionswelle so sind zuerst die Patienten, die in stationären Behandlung befindlich sind, interessant. Laut [1] sind derzeit 470 Personen auf einer Intensivstation wegen Covid-19 in Behandlung. Bei ca. 33.000 Intensivbetten in Deutschland (Quelle DIWI) sind 1,4% der Betten durch Covid-19-Patienten belegt:

Ähnlich entspannt sieht die Lage bei den angeblichen “Corona”-Toten aus. Diese Zahl ist aber mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da die Todesursache “Covid-19” bereits dann angegeben wird, wenn die Person vorher mit SARS-CoV-2 positiv getestet wurde. Der Verstorbene ist dann automatisch ein “Coronatoter”.

Die Anzahl der so ermittelten “Coronatoten” liegt derzeit bei ca. 10 bis 20 am Tag, also um ca. den Faktor 10 niedriger als zu Beginn des Frühjahrs 2020 wo der Spitzenwert n=315/d betrug.

Fazit

Bei nüchterner Analyse der Zahlen wird deutlich, dass Politik und die nachgeschalteten Medien nach wie vor eine auf Angst und Panik ausgerichtete Desinformationskampagne betreiben. Die Zahlen geben weder eine “epidemiologische Lage von nationaler Tragweite” her noch sind sie geeignet, davon auszugehen, dass das Gesundheitswesen auch nur in Ansätzen durch Covid-19 überlastet werden könnte. “Corona” ist und bleibt ein Hoax. Und nicht einmal ein besonders intelligent ausgedachter.

Die Rohdaten sind zur Verifizierung abrufbar auf dem Github-Account des Verfassers: https://github.com/DK7IH/Covid-19_GER

“Wir müssen uns wehren – Sachlich und unaufgeregt”

Von | Oktober 8, 2020

Von Peter Baier

Das Schöne an dieser Webseite sind die Zuschriften von anderen Lehrerinnen und Lehrern, die Dinge ähnlich sehen wie wir von der Redaktion. Man weiß in solchen Momenten immer mal wieder “Du bist nicht allein!” und das tut gut.

Besonders gut tut es indes, wenn man Meinungen und Stellungnahmen zu den “Corona”-Maßnahmen, welche nebenbei bemerkt vor Gericht vielfach erfolgreich angegriffen wurden und sich damit als rechtswidrig erwiesen haben,  aus den Leitungsebenen der Schulen vernimmt. Denn die meisten der dort tätigen Personen sind eher damit beschäftigt, die Anordnungen der Ministerien und der Dienstaufsicht ohne große Kritik an die an die Untergebenen weiter zu reichen und dafür zu sorgen, dass diese auch vorschriftsgemäß exekutiert werden. Zur Not unter Anwendung von Zwang wie etwa dem “Melden” unkooperativer Kollegen an die Dienstaufsicht, um sie einer Bestrafung zuzuführen.

Ganz anders hat ein (stellvertretender) Schulleiter aus Eckernförde sich verhalten, der nun seinem Unmut über die gesundheitsgefährdende Maskenpflicht für Schüler (in SH gilt diese wohl auch IM Unterricht!) in einem Leserbrief Luft machte:

(Per E-Mail erhalten, Quelle unbekannt)

Über die Implikationen, welche der Kollege da aufzählt wie z. B. die Unmöglichkeit, eine “Gesichtswindel” sachgerecht zu handhaben (lange Tragedauer, Durchfechtung etc.) hatten wir hier ja schon ausgiebig reflektiert. Auch die Unsitte und deren Folgen, in den Stofffetzen hinein zu husten oder zu niesen muss man nicht weiter nachdenken. Derlei KANN nicht gesund sein. Aber um die Gesundheit geht es den Maskenverfechtern ja auch weniger, es kommt darauf an, dass sich alle diesem unsinnigen Diktat unterwerfen und erkennbar den Gesslerhut grüßen (i. e. eine Gesichtsmaske tragen).

Ich gehe weiterhin davon aus, dass sich der Kollege demnächst einem Disziplinarverfahren gegenüber sehen wird. Hat er sich doch erdreistet, eine eigene Meinung zu Gehör zu bringen, welche überdies frevelhafterweise auch noch konträr zu jener seiner Regierung ist. Das MUSS Ärger geben. Zumindest dürfte für diesen vernünftigen Mann nun das Prinzip “EDEKA” (i. e. “Ende der Karriere”)  Wirklichkeit werden wird und es mit der Beförderung zum Schulleiter nichts mehr werden wird.

Umso höher ist es ihm anzurechnen, dass er vorbildhafterweise die Interessen seiner Schüler über jene seines eigenen beruflichen Aufstiegs stellt und sich als das erweist, was man als Lehrer vor allem zu sein hat: Ein Pädagoge, der sich für seine Schutzbefohlenen einsetzt.

 

Kritisch sein als Lehrer? Ist Regierungskritik ein Dienstvergehen?

Von | Oktober 6, 2020

Von Peter Baier

Man ist ja einiges gewohnt in “Corona”-Deutschland 2020. Fast jeden Tag gibt es neue “Regeln”, dann mal wieder “Lockdown” (wenn auch nur lokal begrenzt), dann wieder “Lockerungen”. Man pendelt immer zwischen Zuckerbrot (i. e. “Lockerungen) und Peitsche (i. e. “Lockdown”). Dazu stehen elementare Grundrechte plötzlich regelmäßig zur Disposition etc.

Jeden Tag wird ein neuer mehr oder weniger krasser Unsinn ex cathedra postuliert, Horrorzahlen von angeblich “Infizierten” werden präsentiert und, damit schließt sich der Kreis,  Frau Merkel will dann auch noch “brachial” durchgreifen. Das Volk muss stramm “auf Linie” sein im Jahre 2020. Abweichung ist ein Sakrileg. Und die Verlautbarungen, mit denen man die Bevölkerung in Angst und Panik und damit “auf Linie” halten will, werden jeden Tag mit Nachdruck durch den Blätterwald und die Sendekanäle getrieben.

Die Versammlungsfreiheit (ein elementares Grundrecht!)  beispielsweise wird eben mal locker außer Kraft gesetzt, zumindest wenn “die Falschen” (also “Verschwörungstheoretiker”, “Coronaleugner” und allgemein “Rechte”) zum Protest gegen die Einschränkung eben jener elementaren Grundfreiheiten wie jene, seine Meinung frei zu äußern, aufrufen. Dabei müssen dann regelmäßig erst die Gerichte bemüht werden, um die verfassungsmäßige Ordnung wieder herzustellen. Derlei ist per se schon ein ungeheuerlicher Vorgang, dass nämlich einzelne Landesbehörden ganz locker Verfassungsbruch begehen und die qua Grundgesetz garantierten Rechte der Bürger nur unter gerichtlicher Zuhilfenahme sicherzustellen sind. Dies stützt die von mir häufiger vertretene These, dass die Verfassungsfeinde nicht auf einer “Querdenken”-Demo zu finden sind sondern häufig in den Amtsstuben der Behörden.

Dabei werden dann die bizarrsten Begründungen (wenn man den verbalen Nonsens denn überhaupt mit dem rational orientierten Wort “Grund” vermengen mag)  ins Feld geführt, wie etwa jene, bei der Demo seien die “Hygieneabstände” nicht eingehalten gewesen, daher müsse der Protestzug nun stante pede aufgelöst oder könne, da hohe Wahrscheinlichkeit für ein erhebliches Infektionsgeschehen bestünde, gar nicht erst genehmigt werden. Wobei der lebensrettende “Hygieneabstand” für “Black Lives Matter”-Demos selbstredend nie ein Thema war. Aber beim Meinungsvortrag der “Rechten” gelten natürlich andere Maßstäbe. Eigentlich nichts Neues.

Der Staatsdiener im Fokus der “Corona”-Polizei

Vor dem Hintergrund der nachgerade apokalyptischen Regierungsverlautbarungen in Bezug auf das angeblich hochgefährliche Virus SARS-CoV-2 wollen wir nun kurz eine Person in den Fokus nehmen, die dabei eher ein Randdasein fristet und dann später die praktischen beruflichen Implikationen für diese Personengruppe beleuchten: Den lehrenden Staatsdiener. Denn was sicher neu ist, ist die Dimension, mit der man jetzt offenkundig gegen jene Bediensteten vorzugehen sucht, welche sich eher distanziert dem regierungsamtlich und in verbaler Endlosschleife postulierten Hygienediktat gegenüber positionieren.

Uns liegt ein Schreiben eines Schulamtes vor, in dem ein Lehrer expressis verbis dazu aufgefordert wurde, bestimmte Passagen von seiner eigenen privaten Homepage zu entfernen, die sich u. a. kritisch und pointiert mit der Politik von Bundes- und Landesregierungen  in Bezug auf die angebliche “Corona”-“Pandemie” auseinandersetzen.

Gut, es ist jetzt keine unbedingt neue Erkenntnis, dass man behördlicherseits immer wieder versucht, das Dienstrecht gegen unliebsame Meinungen (bzw. jene, die sich erdreisten, diese öffentlich vorzutragen), in Stellung zu bringen. Derlei Fälle gab es schon immer:

„Kraftausdrücke“ eines Lehrers in einem Leserbrief

Ein Lehrer darf in einem Leserbrief seine Kritik an konkret benannten Politikern mit „Kraftausdrücken“ untermauern, in vorliegendem Fall mit Begriffen wie „Spaltpilz“, „Volksfront“, „Kraftmeier“ und „flegelhafte (Anwürfe)“, „boshaft ignorant“, „Miesmacherei und Diffamierung“, „perfide (Zielorientierung)“ und „Vasallen“, so ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts NRW aus dem Jahr 2011.

Mit den aufgeführten Begriffen hatte ein Gymnasiallehrer aus Rheine im November 2009 in zwei Leserbriefen zum Stadtparteitag der CDU seinen Unmut über bestimmte Kommunalpolitiker zum Ausdruck gebracht.

(Quelle)

Da hat die Dienstaufsicht sich wohl vor Gericht die bekannte “Klatsche” geholt. Aber der Vorgang zeigt: Regierungskritik bzw Kritik an Politikern und deren Handeln scheint für Dienstaufsichtsbehörden immer wieder ein Thema zu sein, bei dem sie, quasi “von oben” versuchen, Meinungen, die nicht gewollt sind, zu unterdrücken. Was besonders ins Gewicht fällt: Wir reden hier nicht vom Meinungsvortrag von Lehrern in der Schule während der Dienstausübung, sondern von privaten Ansichten, die er öffentlich zu Gehör bringt. Ein derartiger Eingriff in die Grundrechte der öffentlich Bediensteten ist nicht hinnehmbar.

Rechtliche Aspekte

Den Behörden sei zuerst einmal ins Stammbuch geschrieben: “Auch Beamte sind Träger von Grundrechten!”. Oha, welch’ bahnbrechende neue Erkenntnis! Und wo liegen die Grenzen für die Meinungsäußerung des Beamten? Wenden wir uns der Literatur zu:

Politische Meinungsäußerungen außerhalb des Dienstes sind inhaltlich nur durch die Verfassungstreuepflicht beschränkt“ (Metzler-Müller, Rieger et. al., Beamtenstatusgesetz, Wiesbaden, 2010, S. 283)

Ist doch eigentlich ganz klar: Solange man sich auf dem Boden der Verfassung befindet, sind private Meinungsäußerungen zulässig. Das schließt auch Kritik an der Regierung und ihrem Handeln ein.

Umso gefährlicher scheint nach Sichtweise des Schulamtes die kritische private Meinungsäußerung zur “Corona”-Politik der entsprechenden Landesregierung zu sein, ist sie doch wohl geeignet, hochgradig störend in die Dienstausübung der betroffenen Lehrkraft einzugreifen:

Bei der Unterscheidung zwischen außerdienstlichem und innerdienstlichem Verhalten kommt es […] auf die materielle Dienstbezogenheit des Verhaltens an, d. h. darauf, ob dadurch irgendwelche innerdienstlichen Pflichten verletzt werden. (ebd. S. 301)

Interessant. Man würde also dem Lehrer, der sich kritisch der “Corona”-Politik gegenüber äußert, pauschal unterstellen, dass er deshalb seine Arbeit in der Schule nicht korrekt verrichten würde. Oder verkürzt: Kritik an Drosten, Merkel, Spahn & Co. heißt, dass man seine Aufgabe, nämlich das Bilden und Erziehen von Jugendlichen, nicht richtig ausübt. Eine ebenso bizarre wie eigenwillige Interpretation. Was dann auch im Einzelfall zu beweisen wäre.

Regierungskritik ein Dienstvergehen?

Ein kurzer Exkurs ins Rechtliche: Was ein außerdienstliches Dienstvergehen ist, ist in §47 BeamtStG sehr genau beschrieben:

§47 BeamtStG

(1) Beamtinnen und Beamte begehen ein Dienstvergehen, wenn sie schuldhaft die ihnen obliegenden Pflichten verletzen. Ein Verhalten außerhalb des Dienstes ist nur dann ein Dienstvergehen, wenn es nach den Umständen des Einzelfalls in besonderem Maße geeignet ist, das Vertrauen in einer für ihr Amt bedeutsamen Weise zu beeinträchtigen.

Aha, hier liegt also der sprichwörtliche Hase im Pfeffer: Wer sich kritisch der Regierung gegenüber positioniert, schädigt erheblich das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Amtsführung von Lehrerinnen und Lehrern. Jetzt ist es klar. Daher hat jede Kritik, besonders an “Hygienemaßnahmen” und anderen “Corona”-Dogmen, strikt zu unterbleiben.

“Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”

Die Aufklärung hat im 17. Jh. den Ausgang der Menschen aus dem Mittelalter in die Neuzeit endgültig vollzogen. Wo vorher Glaube und Dogmen die geistige Welt beherrschten, kam es zur kritisch-rationalen Auseinandersetzung mit der Welt, vor allem durch die sich entwickelnden Naturwissenschaften. Diese Bewegung hin zur Rationalität hielt bis in das 20. Jh. an.  Das Prinzip, nach dem unsere moderne Welt funktioniert, lautet “Wissenschaft”. Daher war Wissenschaftlichkeit auch immer  eine Determinante des Bildungssystem, zumindest so es auf dem Humboldtschen Bildungsideal aufbaute. Zu meiner Studienzeit, welche allerdings schon länger zurückliegt, war Wissenschaftlichkeit eines der zentralen Unterrichtsziele.  Heute hat sich das offenbar geändert. Man sieht es beim Thema “Corona” sehr deutlich.

Eine Kollegin erhielt von ihrem Schulleiter eine Art Redeverbot. Er untersagte ihr, sich mit Schülern während der Stunde über Themen wie “Sinn oder Unsinn von Gesichtsmasken” oder das Thema “Corona” allgemein zu unterhalten. Dies ist übrigens kein Einzelfall, die Berichte über entsprechende Verbote nehmen zu. Man fürchtet vermutlich die kritische Sichtweise der Kollegen auf dieses Thema. Und räumt damit gleichzeitig ein, dass die allfälligen Regeln (wie “AHA” etc.), welche mal eben so aus dem Boden gestampft wurden (und welche keinerlei wisenschaftliche  Evidenz aufweisen),  möglicherweise einer kritisch-rationalen Überprüfung nicht Stand halten werden. Wie anders wäre denn sonst ein Redeverbot über diese Themen zu begründen? Wer gute Argumente hat, wird die Sachauseinandersetzung kaum scheuen. Derjenige, der Redeverbot erteilt, hat keine guten Argumente. Er kann keine haben.

Nächstes Beispiel: Über die Untauglichkeit von sog. “Alltagsmasken” zur Infektionsabwehr des SARS-CoV-2 Virus hatten wir hier hier bereits über die Ausarbeitung von Prof. Ines Kappstein berichtet. Für die vor den Mund gebundenen Stofffetzen gibt es keine wissenschaftliche Begründung. Zumindest wenn man damit Viren zurückhalten will. Sie schaden eher. Punkt.

Auch für die immer wieder geforderte Händedesinfektion fehlt es ebenfalls an Evidenz, was bei einer Tröpfenübertragung als primärem Ausbreitungsweg von SARS-CoV-2 auch logisch erscheint. In diesem Zusammenhang sei auf die “Heinsberg-Studie” von Streeck et. al. verwiesen,wo kein vermehrungsfähiges Virus auf Flächen gefunden wurde etc.

In solchen Fällen haben ein dogmatisch auftretendes Schulsystem bzw. seine Repräsentanten in der Tat ein Problem mit einer logisch-rationalen Argumentation, warum man sich denn Dutzende Male am Tag die Hände desinfizieren soll.

Indoktrination?

In der Schule gilt für Lehrer das Indoktrinationsverbot. Demnach ist es unzulässig, Schüler mit einseitigen Meinungen zu traktieren. Sie sollen stattdessen lernen, sich aus vielen verschiedenen Quellen zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden.  Und das ist auch gut so (TM).

Jetzt ist natürlich die Frage zu stellen, ob es nicht seitens der Schulbehörden und Schulleitungen, welche dem kritischen Lehrer den “Corona”-Maulkorb verpassen, hier eben zu einem Verstoß gegen das Indoktrinationsverbot kommt. Denn wie sollen Schüler lernen, sich kritisch eine eigene Meinung zu bilden, wenn man sie mit der Trias aus “Abstand-Hygiene-Alltagsmaske” alleine lässt, ohne ihnen eine wissenschaftliche, also kritisch-rationale auf Diskurs und Urteilsfindung basierte Alternative zu lassen? Diese Frage beantwortet sich dem geistig aufgeschlossenen Lehrer quasi von alleine.

Fazit

Durch das einseitige Postulieren von bestimmten, aber eben durch wissenschaftliche Evidenz nicht gestützten, Maßnahmen wird das Prinzip der Wissenschaftlichkeit in der Schule ad absurdum geführt. Es wird ersetzt durch ein System von Regeln, an die man schlechterdings einfach zu glauben hat. Wir erinnern uns in dem Zusammenhang nur zu gut, an die Aussage von RKI-Chef Wieler: “Die Hygieneregeln dürfen nie mehr hinterfragt werden.”. Wenn Wissenschaft aufhört Fragen zu stellen, nähert sie sich der Religion wieder an, die sie vor Jahrhunderten bereits hinter sich gelassen hatte.

Aus dem Dogmatismus in der “Corona”-Schule folgt etwas sehr Fatales: Der Schüler wird unmündig gehalten, der Lehrer ebenso. Der Schüler bleibt hinter dem, was er lernen und wie er sich intellektuell entwickeln könnte, zurück. Für den Lehrer wird die Abweichungen von der Regierungsmeinung als potenzielles Dienstvergehen qualifiziert. So wird Druck gegen Lehrer erzeugt. Man will eben, dass der Lehrer eben nicht mehr analytisch und kritisch innerhalb und außerhalb des Unterrichts handeln möge. So wird die Schule zu einer reinen Dressuranstalt für Menschen, denen man bestimmte Verhaltensweisen einfach ab- oder antrainiert. In der Psychologie heißt der Vorgang “Operantes Konditionieren”.

Diese Schule wäre dann nur noch eine Horrorveranstaltung für alle selbständig denkenden Beteiligten. Und ein Bärendienst für eine pluralistische, freiheitliche, demokratische und auf kritischem Diskurs basierende Gesellschaft. Eine Wissensgesellschaft braucht den Diskurs. Sonst geht sie unter. Das Thema “Corona” zeigt plakativ wohin die Reise geht. In den Einheitsstaat mit Einheitsmeinung. So sieht dann die “Neue Normalität” aus. Das kann keiner wollen.

 

 

Denkanstoß: Kreativer Protest gegen die “Neue Normalität”

Von | Oktober 3, 2020

Von Peter Baier

Eine interessante Zuschrift erreichte mich diese Tage. Eine Arbeitsgruppe hat sich damit beschäftigt, wie man den Protest gegen die allfälligen Grundrechtseinschränkungen, den Verlust an Bürgerrechten und individuellen Freiheiten etc., also das, was uns die Herrschenden als “Neue Normalität” verkaufen wollen,  kreativ “auf die Straße” bringen kann.

Das Problem: Getarnt hinter Begriffen wie z. B. “AHA-Regel”, “Abstandsgebot”, “Hygiene” etc. verbergen sich neue, von oben oktroyierte, Verhaltensweisen, welche Menschen im Sinne einer autoritären, nicht-demokratischen und antipluraristischen Staatsform konditionieren sollen.

Eine Staatsform, die nicht auf Vernunft basiert, sondern auf Glauben, Angst und Panik. Also eine irrationale Herrschaftsform. Eine Staat, in dem nicht mehr das demokratisch legitimierte Parlament die Gesetze macht sondern die Exekutive die Grundrechte der Menschen mit Rechtsverordnungen einschränkt. Also mit Dekreten,  welche der parlamentarischen Kontrolle entzogen sind.  Dem grundgesetzlichen eingesetzten Souverän, dem Staatsvolk, wird die Macht entzogen und auf die Exekutive, die Regierungen, übertragen. Den Menschen werden dazu im Sinne des Machterwerbs und der Verfestigung dieser Macht durch die herrschenden Protagonisten Dinge suggeriert, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht Stand halten. Es besteht die reale Gefahr einer “Hygienediktatur”.

So soll soziale Kontrolle etabliert werden, das Individuum im Sinne einer “Neuen Ordnung” auf neue Verhaltensmuster eingeschworen werden. Die “Wohlverhaltenspunkte”, die man bereits aus China kennt, sollen nun, über den Weg der “Hygiene” mit der eine angeblich tödliche Bedrohung abgewehrt werden soll, auch bei uns eingeführt werden. Das sich gerade implementierende Spitzelsystem (in Schule UND Gesellschaft) im Bezug auf “Corona” indiziert dies bereits, man weiß, was als nächste Schritte folgen werden.

Eine mögliche Lösung: Kreativer Protest und Bewusstmachung dieser immensen Gefahr für die Menschen und das im öffentlichen Raum.

Die Ausarbeitung ist länger, lohnt sich aber zu lesen, insbesondere deshalb, weil Bezüge zu den bekannten Dystopien wie “1984”, “Brave new World” etc. gezogen werden und entsprechende Kontexte hergestellt werden.

Projekt „Schwarze Wahrheiten“

Variante: Anrufung der „Neuen Normalität“ Beschreibung:

Inspiriert von der Idee des Magazins Multipolar, mit „Schwarzen Wahrheiten“ den Protesten gegen die herrschenden Entwicklungen im Zuge der Pandemie und der Maßnahmen von Regierungen und Konzernen einen neuen Charakter zu geben.

Ziele sind es, den Begriff der „Neuen Normalität“, der im Rahmen der Pandemie schon sehr früh von Seiten von Politik und Wirtschaft fiel, möglichst negativ zu besetzen. Es geht darum, auf die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen hinzuweisen und öffentlich bewusst zu machen, was für erhebliche Gefahren darin liegen. Dies soll durch eine dargestellte Überhöhung/Überspitzung/Übertreibung erfolgen. Sozusagen ein Befürworten noch strengerer, völlig übertriebener Maßnahmen und Aussagen von Politikern. Damit sollen Menschen wachgerüttelt werden und Widerspruch oder zumindest Hinterfragen erzeugen.

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